Schiedsrichtergespann

Hertha BSC Blog – Berlin Fußball Bundesliga

Deutschland im Halbfinale der Euro 2012

Mit einer berauschenden Leistung bezwingt Deutschland die Kontergötter aus Griechenland mit 4:2 und zieht ins Halbfinale der Fußball-Europameisterschaft 2012. Wie üblich wurden vor Anpfiff des Viertelfinales die taktischen Marschrouten beider Teams von der Sport-Journaille bis ins letzte Detail diskutiert, zerlegt und geradezu totgequatscht. Die Griechen stellen sich mit Mann und Maus hinten rein und die Deutschen berennen das Bollwerk. Es roch ein wenig nach einer zähen Angelegenheit, bei der insbesondere Nervenstärke bei den Fans und Geduld bei den Spielern gefragt zu sein schienen.

Bundestrainer Joachim Löw überrascht

Aber alles kam ganz anders. Kaum war der Anstoß ausgeführt, spielte das deutsche Team einen begeisternden, dominanten und äußerst inspirierten Tempofußball mit extrem starkem Zug zum Tor. Einfach phänomenal, wie Bundestrainer Joachim Löw die deutsche Nationalmannschaft auf dieses so wichtige Spiel eingestellt hatte und mit welcher Aufstellung er den griechischen Beton aufbrach. „Never change a winning team“ – diesen anerkannten Leitspruch im Mannschaftssport ließ Joachim Löw voll unter den Tisch fallen und wechselte die deutsche Sturmreihe einfach mal komplett aus. Anstatt der bewährten Angriffsreihe Mario Gomez, Lukas Podolski und Thomas Müller wieder das Vertrauen zu schenken, überraschte der Bundestrainer mit dem Trio Klose, Reus und Schürrle.

Die Real Madrid Connection

Diese Mannschaftsumstellung war wohl die perfekte Zündung für die bislang im Turnier leicht unter den Erwartungen gebliebene Real Madrid Connection. Mesut Özil und Sami Khedira spielten wie befreit auf und, wie es der Bundestrainer im Interview nach dem Spiel so schön analysierte, überforderten die griechischen Defensivspezialisten dauerhaft und in Gänze. Dem verwöhnten Fußball-Fan bleiben normal nur wenige Tore nachhaltig in Erinnerung. Der Volley-Kracher von Sami Khedira zur wichtigen 2:1 Führung könnte ab sofort dazugehören. Wucht und Wille des Khedira-Schusses erinnerten stark an den fulminanten Freistoßtreffer von Michael Ballack bei der EM 2008 im Spiel gegen Österreich.

Miroslav Klose und Marco Reus

Nachdem Miroslav Klose und Marco Reus im Angriff der DFB-Auswahl spielerisch und mit herrlichen Toren überzeugten, hat Bundestrainer Löw im Sturm ab sofort die Qual der Wahl. Nach diesem Feuerwerk gegen Griechenland stellt sich die Mannschaft für das Halbfinale der Fußball-Europameisterschaft 2012 wahrlich nicht von selbst auf. Mit diesem herausragenden Kader hat Löw viele taktische Optionen, die zum Europameister-Titel führen könnten.

8 Kommentare

  1. Beneidenswert, der Jogi.

    So viele Optionen zu haben – und bis jetzt war jede erfolgreich. Vielleicht auch die Option Kroos für Schweinsteiger im Halbfinale?

  2. Da würde ich doch lieber Götze für Schürle sehen, Kroos kommt ja normal für Özil um zum Schluss hinten noch ein wenig abzudichten.

    Heute abend würde man sich schon freuen, wenn es zu einem richtigen spannenden Spiel kommt, da gewinnt meistens Italien, und das ist auch gut so.

  3. Italien im Halbfinale?

    Nee, ich hätte lieber die Engländer. Um so schöner der Anblick ihrer Trauer, ihrer Tränen, wenn es einmal mehr nicht zum Finale reicht. Die Enttäuschung der englischen Fans wäre umso größer, wenn sie heute Abend nach einem Sieg über Italien anfangen, vom Finale zu träumen.

  4. Bastian Schweinsteiger hat gegen die Griechen oft etwas schläfrig gewirkt. Bei Ballverlust vor der Abwehr droht normal höchste Gefahr. Wenn der Bundestrainer deshalb Toni Kroos für den heimlichen Kapitän Schweinsteiger eintauschen würde, wäre das schon eine mittelschwere Aufstellungsüberraschung.

    Über kurz oder lang sollte Joachim Löw für den begnadeten Mario Götze unbedingt ein Plätzchen im Team finden. Warum also bis zur nächsten WM warten, wo doch ein EM-Halbfinale ansteht.

    Mit der Form vom Griechenlandspiel ist Deutschland im Halbfinale Favorit, egal ob der Gegner Italien oder England heißt. Und ein Finaleinzug über Italien wäre mein langersehnter Wunschtraum. Historisch betrachtet, ist Angstgegner Italien allerdings immer die Endstation für’s deutsche Team.

  5. Italien die Endstation fürs deutsche Team?

    Hilf bitte meinem Gedächtnis auf die Sprünge Helmut. Spontan erinnere ich mich nur an die WM Halbfinals 1970 und 2006. Das WM-Finale 1982? Und bei der EM bin ich bzgl Italien vollkommen unwissend.

  6. Bei Welt- und Europameisterschaften hat Deutschland nie gegen Italien gewonnen. 3 Niederlagen und 4 Unentschieden stehen bislang zu Buche. Wird langsam Zeit für den ersten Sieg 🙂

    WM 1962 Gruppe — Italien – Deutschland 0:0
    WM 1970 Halbfinale — Italien – Deutschland 4:3
    WM 1978 Finalrunde — Italien – Deutschland 0:0
    WM 1982 Endspiel — Italien – Deutschland 3:1
    WM 2006 Halbfinale — Italien – Deutschland 2:0

    EM 1988 Gruppe — Italien – Deutschland 1:1
    EM 1996 Gruppe — Italien – Deutschland 0:0

  7. In ein paar Stunden wissen wir mehr Helmut 😉

    Vielleicht erledigen ja Rooney und Welcott diesen Job. Aber die beiden allein werden auch nicht reichen, um Deutschlands Weg ins Finale zu stoppen. Genauso wenig wie es Christiano Ronaldo konnte.

  8. Um wieder eine Überraschung in der Aufstellung zu bringen, muss wohl Bender für Schweini in der Startaufstellung auflaufen.

    Auf jeden Fall können wir wieder das schöne Lied anstimmen:
    „Azzurro, il pomeriggio è troppo azzurro e lungo per me“, heißt soviel wie: „Heute blau, morgen blau“, mehr dazu in meinem Blog.