Schiedsrichtergespann

Hertha BSC Blog – Berlin Fußball Bundesliga

Die Hertha-Krise ist da

Diese Heimspielpleite gegen den direkten Konkurrenten MSV Duisburg, der nun in der Tabelle vorbeizieht und Hertha BSC vom direkten Aufstiegsplatz verdrängt, ist äußerst schmerzlich. Nach der dritten Niederlage im vierten aufeinander folgenden Liga-Spiel ist die Hertha-Krise da.

Punktepolster schmilzt dahin

Das zu Beginn der Saison eroberte Punktepolster der Hertha auf die Konkurrenz schmilzt in rasantem Tempo dahin. Die angestrebte Herbstmeisterschaft und der damit klar zum Ausdruck gebrachte Anspruch, Topfavorit auf den Aufstieg zu sein, wankt gewaltig. In den abschließenden drei Partien gegen 1860 München, Erzgebirge Aue und den FC Augsburg hat Hertha-Trainer Markus Babbel die Chance, die Hertha-Krise schnell zu beenden. Sonst zieht Düsternis ein am Schenckendorffplatz.

Torflaute Hertha Mannschaftsumstellung

Die Torflaute muss beendet werden. Herthas Angriffsspiel benötigt dringend überraschende Impulse. Die erforderlichen Mannschaftsumstellungen können nur von Markus Babbel initiiert werden. Der Chef-Trainer ist gefragt. Mit Ronny, Fabian Lustenberger, Marco Djuricin und vielleicht auch Daniel Beichler stehen Optionen zur Verfügung Hierarchie, Spielaufbau und Überraschungsmoment anders zu gewichten.

Schiedsrichter Michael Weiner

Ticker. Hertha BSC – MSV Duisburg – 0:2 (0:0). 32.052 frierende Zuschauer im Berliner Olympiastadion bekamen eine uninspirierte Hertha-Truppe zu sehen, die leider verdient verloren hat. Schiedsrichter Michael Weiner zeigte Herthas Sebastian Neumann seine erste Gelbe Karte. Die Tore für die Duisburger erzielten Sahan in der 52. und Baljak in der 85. Spielminute.


Mannschaftsaufstellung Hertha BSC:
Mannschaftsaufstellung Hertha BSC MSV Duisburg

Hertha BSC MSV Duisburg Ergebnisse 2. Bundesliga2. Bundesliga 14. Spieltag:

Punktepolster schmilzt Hertha BSC MSV Duisburg

Hertha BSC MSV Duisburg Tabelle 2. Bundesliga2. Bundesliga 14. Spieltag:

Hertha BSC MSV Duisburg Schiedsrichter Michael Weiner

10 Kommentare

  1. Es fehlt im Spielaufbau an allen Ecken und Enden. Viele zu selten gelingen Kombinationen über mehrere Stationen.

    In der Form der letzten Spiele ist Hertha kein Kandidat mehr für den Aufstieg am Ende der Saison ;-(

  2. Kann eine alte Dame modernen Fußball spielen?

    In den letzten Spielen konnte dies Hertha nicht.
    Die Zweifel sind erheblich, ob es in den verbleibenden 20 Spielen dieser Saison gelingt.

    Aus meiner Froschperspektive empfehle ich in dieser Sitaution das Benchmarking.
    Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Benchmark liefert hierzu folgede Definition: „Benchmarking (= Maßstäbe
    setzen) bezeichnet eine vergleichende Analyse mit einem festgelegten Referenzwert“. Als Referenzwert in Deutschland nehme ich die derzeit erfolgreichen Vereine Borussia Dortmund und Mainz 05. Beide bilden erfolgreich von der Jugend an Fußballspieler aus. Gleiches gilt für den FC Barcelona, den erfolgreichsten Fußballverein Europas
    http://de.wikipedia.org/wiki/FC_Barcelona#Jugendarbeit.
    Vor allem auch in Barcelona werden die jungen Spieler über
    Jahre konstant und konsequent in Technik und Taktik geschult. Im aktuellen Profikader spielen in Barcelona 9 Spieler, die auch dort ausgebildet wurden. Interessanterweise ist der sportliche Erfolg dieser Spieler und natürlich der Mannschaft nahezu unabhängig davon, wer in den letzten 20 Jahren auf dem Stuhl des Cheftrainers im Camp Nou saß.

    Ich denke, der sportliche Erfolg von Hertha hat langfristig nur dann ein solides Fundament, wenn von der F-Jugend bis zu den Profis eine einheitliche Spielphilosohie praktiziert wird getreu dem Motto: „Aus Berlin Für Berlin!“

  3. Dieses muss man Dieter Hoeneß zum Vorwurf machen. Während seiner unendlich langen Amtszeit ist es ihm nicht gelungen, eben eine starke Berlin-Image-Kult-Hertha-Spielphilosophie-Marke zu installieren. Im Gegensatz dazu scheint er Herthas Jugendarbeit aber auf den richtigen Weg gebracht zu haben oder trotz ihm. Hoffentlich schafft Hertha den direkten Wiederaufstieg mit mehreren Eigengewächsen im aktiven Kader wie Schulz, Perdedaj, Neumann und dem vielleicht bald wieder genesenen Patrick Ebert. Wenn Markus Babbel den Aufstieg mit viel Einsatzzeit für Jungprofis schaffen sollte, wäre das schon ein Aushängeschild und Markenzeichen der neuen Berliner Mannschaft. Die Ära Preetz beginnt erfreulicherweise ohne egomanischen Stil. Und der für Zweitliga-Verhältnisse außergewöhnlich hohe Zuschauerzuspruch scheint zu beweisen, dass es ohne Egomanie eher mehr Zuspruch für die Hertha gibt.

  4. Der Vorwurf, mein lieber Tiergarten, geht nicht nur an Herrn Hoeneß. Bis zum heutigen Wintertage kann ich nicht erkennen, dass alle Fußballteams der Hertha eine gleiche Spielphilosohie praktizieren würden. Bei den Profis kann ich derzeit in der zwoten Liga überhaupt keine erkennen. Mit den ganzen Spielern, die im letzten Jahrzehnt in der eigenen Fußballakademie ausgebildet und später verkauft wurden, kann man ein Team aufstellen, welches locker in der 2., wahrscheinlich sogar in der 1. Liga mithalten kann. Dafür wurden dann Trainer und Spieler von Bayern bis Brasilien eingekauft, denen persönlich Berlin nix bedeutet.

  5. Unter Trainer-Legende Lucien Favre praktizierte die Hertha-Bundesliga-Mannschaft einen zeitweise sehr erfolgreichen Konzept-Fußball. Übrigens hatte der ungeliebte Hoeneß den Schweizer Favre für die Bundesliga und für Hertha entdeckt. Leider war Herthas Schuldenberg zu diesem Zeitpunkt schon viel zu hoch. Nur die Champions-League-Teilnahme hätte Hertha noch vor dem sportlichen Aderlass retten können. Ist alles noch gar nicht so lange her.

  6. Ja doch mein lieber Tiergarten, der Konzept-Fußball unter Trainer Favre war zeitweise sehr erfolgreich. Um die Gründe für die verpasste CL-Teilnahme bis zur Kündigung von Favre ranken sich zahlreiche Legenden. Dafür reicht ein Winternachmittag nicht aus, all diese Legenden hier noch einmal darzustellen.

  7. Frage des Tages:
    Was haben die Berliner S-Bahn und die Hertha gemeinsam?

    Beide werden planlos, sobald der Winter einbricht.

  8. Es lebe die freie Presse!
    Zumindest ein Mosaiksteinchen für die verpasste CL-Teilnahme 2009 findet sich im Archiv der Berliner Morgenpost.
    http://www.immerhertha.de/2010/12/06/1908/comment-page-1/#comment-3515

  9. Diese (Uralt)-Information hinterlässt auch heute einen faden Beigeschmack. Zocken im großen Stil mit möglichen 25% Rendite für Risikoanleger bei Hertha BSC. Wenn die Kasse richtig klam ist, muss man dem zinshungrigen Anleger eben schon was bieten. Die fetten Einnahmen Herthas bei einer geglückten Champions-League Teilnahme 2009/10 wären also zu Teilen schon an Alt-Investoren versprochen gewesen. Wieviel Umsatz muss Hertha in den nächsten Jahren eigentlich machen, um die aktuell 37 Millionen Euro Verbindlichkeiten je signifikant senken zu können. Der Marktwert des aktuellen Hertha-Kaders liegt laut Tranfermarkt.de derzeit bei (virtuellen?) 33 Millionen Euro. Bei einem möglichen Aufstieg in die 1. Liga wird man im Sommer 2011 am Transfermarkt aber wohl eher drauflegen müssen, als Überschüsse durch Spielerverkäufe zu erwirtschaften. Die eigene Ausbildung talentierter Fußballer wird für Hertha überlebenswichtig. Preetz und Babbel scheinen diesen Kurs auch strickt zu befolgen. Horrende Ablösesummen für „Brasilianer“ wird Hertha auf sehr lange Zeit nicht finanzieren können. Die Perspektive die bleibt, jungen Spielern schnell und effektiv Einsatzzeiten im Profifußball zu spendieren. Also Sascha Burchert, nutze deine Chancen gegen Aue und Augsburg. Wenn zwei Hertha-Spieler gleich gut sind, spielt der Jüngere, heißt es doch bei Markus Babbel.

  10. Vergleichszahlen/Durchschnittswerte für alle Zweitligamannschaften, mein lieber Tiergarten, findest Du im Wirtschaftsbericht der DFL für 2010.
    http://www.bundesliga.de/de/liga/news/2009/index.php?f=0000145639.php&fla=1
    In der Gewinn- und Verlustrechnung der 2. Bundesliga stehen folgende Durchschnittswerte:
    2. Bundesliga Erlös Gesamt in Tausend €
    2008/2009
    Spielertrag 61.111 Anteil am Gesamterlös 19,04 %
    Werbung 84.390 Anteil am Gesamterlös 26,29 %
    Mediale Verwertung 105.460 Anteil am Gesamterlös 32,86 %
    Transfer 27.396 Anteil am Gesamterlös 8,54 %
    Merchandising 5.431 Anteil am Gesamterlös 1,69 %
    Sonstiges 37.150 Anteil am Gesamterlös 11,58 %
    Summe 320.939

    Es wäre noch gesondert zu recherchieren, inwieweit Hertha diese Durchschnittswerte übertreffen kann, aktuell oder zukünftig in der 2. Liga.