Schiedsrichtergespann

Hertha BSC Blog – Berlin Fußball Bundesliga

Hertha-Joker Sandro Wagner

Durch ein wuchtiges Kopfballtor von Joker Sandro Wagner besiegte Hertha BSC den VfB Stuttgart mit 2:1. Satte 34 Punkte haben die Berliner nun auf dem Konto. Also wenn nicht noch ein irres Negativ-Wunder geschieht, findet der Abstiegskampf dieses Jahr ohne Hertha-Beteiligung statt. Endlich hat die Fahrstuhlmannschaft den grausigen Teufelskreis durchbrochen. Nach den Bundesligaabstiegen 2010 und 2012 verbreitet sich bei den Hertha-Fans wohliger Optimismus, denn 2014 wird die Liga gehalten!

Spielergebnis VfB Stuttgart Hertha BSC 1:2

Dreckiger Hertha-Sieg im 6-Punkte-Spiel

Wahrlich kein Spiel für Schöngeister. Nachdem die Blau-Weißen gegen Frankfurt, Nürnberg und auch Wolfsburg eher unglücklich verloren, landeten sie nun selbst mal einen dreckigen Sieg. Denn in diesem wichtigen 6-Punkte-Spiel zeigte Hertha BSC eine ungewöhnlich zögerliche, schwankende Leistung. Nach starkem Beginn und dem frühen Führungstor (5. Min) durch Haudegen Levan Kobiashvili hätte die Partie ein kleines Fußballfest werden können. Stattdessen aber verloren die Berliner zusehends den Faden. Planlos nach vorn geschlagenen Bällen, folgten postwendend weitere unerklärliche Fehlerketten im eigenen Abwehrbereich. Die Verunsicherung der Hertha-Defensive wurde so massiv, dass sich von Minute zu Minute der Eindruck verfestigte, die blau-weiß gestreiften Jungs bettelten geradezu um das Ausgleichstor, welches Boka dann schlussendlich in der 45. Spielminute mit einem sehenswerten Gewaltschuss zum 1:1 auch erzielte.

Fabian Lustenberger wird vermisst

Auf Dauer kann Levan Kobiashvili Kapitän Fabian Lustenberger nicht adäquat ersetzen. Obwohl Kobiashvili die ungewohnte Rolle als Innenverteidiger bemerkenswert schultert – jetzt schießt er sogar noch Tore – fehlt Hertha seit Lustenbergers Verletzungsausfall die nötige Klasse, Ruhe und Souveränität im Aufbauspiel. Spätestens wenn zwei Spieler des Viererverbundes – Lustenberger, Hosogai, Cigerci, Skjelbred – gleichzeitig ausfallen, bekommt Hertha das Spiel nur noch bedingt in den Griff. Ohne diese vier würden die Berliner wohl wieder tief im Abstiegssumpf stecken.

Sandro Wagner, der klassische Joker

Endlich ist der Knoten geplatzt. Denn ein Joker ohne Jokertor zu sein, bleibt auf längere Sicht doch mächtig spaßlos. Nach diversen Einwechslungen in dieser Saison, in denen er ohne jeglichen Torerfolg blieb, erzielte Sandro Wagner nun aber ein herrliches Jokertor zum Auswärtssieg in Stuttgart. Seit seiner Verpflichtung spielt Sandro Wagner bei Hertha BSC zumeist den klassischen Joker. Da er Adrian Ramos nicht wirklich aus der Startelf verdrängen kann, wartet er regelmäßig auf der Auswechselbank darauf, dass Trainer Jos Luhukay ihn in den letzten Spielminuten doch noch einsetzt. Durch sein körperbetontes Zweikampfverhalten ist er immer eine interessante Option, dem Spiel einen kampfbetonteren Charakter aufzuzwingen. Wagner ist zudem wie Geschaffen für das Erarbeiten von Freistoßmöglichkeiten am gegnerischen 16er. Und seine kantige Lufthoheit im Kopfballduell ist bei den meisten Gegenspielern zurecht gefürchtet. Wie hochmotiviert Sandro Wagner in die hitzigen letzten Minuten eines engen Spiels zu gehen bereit ist, beweist auch die Gelb-Rote Ampelkarte, die er in Rekordzeit von Schiedsrichter Robert Hartmann verpasst bekam. Von seiner Einwechslung bis zum berechtigten Platzverweis vergingen gerade einmal 11 Spielminuten.

Schiedsrichter Robert Hartmann

Ticker. VfB Stuttgart – Hertha BSC – 1:2 (1:1). Vor 45.700 Zuschauern in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena gelang Hertha BSC mit einem dreckigen Sieg die Revanche für den ebenfalls dreckigen Sieg der Stuttgarter aus der Hinrunde. Mit diesem Dreier im 6-Punkte-Spiel hat Hertha BSC nun 15 Punkte Abstand zum Relegationsplatz. Abstiegsangst sieht anders aus. Schiedsrichter Robert Hartmann und sein Schiedsrichtergespann hatten ein Herz für die Hertha. Denn bei zwei strittigen Spielsituationen entschieden die Unparteiischen nicht auf Elfmeter gegen Berlin. Robert Hartmann zeigte Allagui die Gelbe Karte und schickte Sandro Wagner mit der Ampelkarte vom Platz. Die Tore für Hertha BSC erzielten Levan Kobiashvili in der 5. sowie Sandro Wagner in der 87. Spielminute per Kopfball. Den zwischenzeitlichen Ausgleich für den VfB Stuttgart markierte Boka mit Gewaltschuss. Herthas Dauerläufer der Partie: Tolga Cigerci mit 11,99 gemessenen Kilometern.

Hertha BSC Mannschaftsaufstellung und Einwechselspieler:
Mannschaftsaufstellung VfB Stuttgart Hertha BSC 1:2 2014

Hertha-Spiele Fußball-Historie

Ältere Spielberichte, Informationen und Meinungen zu Begegnungen beider Mannschaften vom Schiedsrichtergespann:

16. September 2013 – Hertha BSC – VfB Stuttgart – 0:1
13. Februar 2012 – VfB Stuttgart – Hertha BSC – 5:0
26. August 2011 – Hertha BSC – VfB Stuttgart – 1:0
10. April 2010 – Hertha BSC – VfB Stuttgart – 0:1
21. November 2009 – VfB Stuttgart – Hertha BSC – 1:1
21. März 2009 – VfB Stuttgart – Hertha BSC – 2:0
18. Oktober 2008 – Hertha BSC – VfB Stuttgart – 2:1

Hertha BSC VfB Stuttgart Ergebnisse 1. Bundesliga1. Bundesliga 22. Spieltag:

VfB Stuttgart Hertha BSC Dreckiger Sieg 6-Punkte-Spiel

Hertha BSC VfB Stuttgart Tabelle 1. Bundesliga1. Bundesliga 22. Spieltag:

VfB Stuttgart Hertha BSC Joker Sandro Wagner

VfB Stuttgart – Hertha BSC – 1:2 (1:1) – eine ca. 2 Minuten Video-Kurzzusammenfassung des Spiels mit Highlights und Toren findet man auf Bundesliga.de

Pressekonferenz mit den Trainern Jos Luhukay und Thomas Schneider
Hertha BSC – VfB Stuttgart
HerthaTV, der offizielle YouTube-Kanal von Hertha BSC


2 Kommentare

  1. Von Roll-Palisaden und Kurzzeitzündkerzen

    Wenn der Kellersteiger HSV die Borussia
    aus Dortmund überlaufen kann (3:0) – allerdings nicht unmaßgeblich befördert durch Hertha-Leihgabe Lasogga -, würde dies vielleicht auch der Serienverlierer, Kellermitbewohner und Abstiegsstrampler
    aus und in der Hauptstadt des Musterländles
    mit Hertha versuchen wollen – der VfB Stuttgart.

    Nachdem die Berliner aber in drei der ersten vier Rückrundenspiele mehr Pech abbekamen als glücklos eigenentfaltete Kompetenz hätte zulassen sollen, war in Stuttgart diesmal alles umgekehrt:
    Hier pfiff die Rasenaufsicht wiederholt im Sinne des
    diesmal eher tapsigen Bären.

    Teddy H. konnte mit einem Tor als Resultat-Vorsprung
    am Ende der Partie durchaus zufrieden sein;
    mehr war da auch rückblickend relativierend/beschönigend nie drin …

    Lang spiele ‚Kobi’aschwilli noch (f. BSC): Der Hertha-Gerontonaut bildet nach hinten eine zumeist unüberwindliche Roll-Palisade (auch wenn er am besagten Spieltag beim unhaltbaren 1:1 erfolglos als einziger direkt vor der eigenen Torlinie stand) und nach vorn einen unberechenbaren Angriffskeil (nach fünf Minuten mit
    Vollstreckerinstinkt links unten -> 0:1) …

    Sandro Wagner funkte dann als Kurzzeitzündkerze noch rechtzeitig mit 1:2 dazwischen und Hertha zum Sieg. Allerdings kam es bei ihm zu einer bedauerlichen Überspannung: kaum eingedreht, drehte er sich wenig später bei Rotanzeige vor dem nahenden Spielende wieder heraus …

  2. Wenn Sandro Wagner bei seinen zukünftigen Kurzzeiteinsätzen doch nur 2-3 Treffer erzielen würde, wäre sein Standing bei den Hertha-Fans sicher ein viel besseres. Vielleicht brächte es die Kurzzeitzündkerze bei Hertha über kurz oder lang ja sogar zu Heldenstatus und unbegrenzter Gegenliebe aus der bislang so überkritischen Ostkurve. Zu wünschen wäre es ihm allemal. Denn Sandro Wagner ist eine Type, die sich bei Hertha bislang immer ganz in den Dienst der Mannschaft stellte. Eigentlich eine gute Voraussetzung, um auf ultimativen Kultstatus erhoben zu werden.