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Herthas Pleite auf Schwedens Kunstrasen

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Hertha BSC verlor das Spiel gegen Östersunds FK in der Europa-League-Gruppenphase glücklos mit 0:1 und steht schon nach zwei von insgesamt sechs Spielrunden mit dem Rücken zur Wand. Sollte in der nächsten Partie gegen den ukrainischen Vertreter Sorja Luhansk nicht der erste Dreier eingefahren werden, ist wohl Schluss mit Europa. Entweder fehlte es an Dynamik, an Inspiration oder an Präzision, an Zielstrebigkeit fehlte es fast immer. Herthas Kick im hohen Norden Schwedens bei Östersunds FK war nicht schön anzuschauen. Lag es am ungewohnten Kunstrasen? Wohl eher marginal zu bewerten. Viel eher lag der wenig effiziente, schwache Auftritt der Berliner an anderen Faktoren und deren unheilvollem Zusammenwirken. Die Formschwäche einzelner Spieler, die durch Rotation bedingten Abstimmungsprobleme und die nicht vorhandene Durchschlagskraft vor des Gegners Kasten.

Hertha-Torwart Thomas Kraft hielt viel. Mindestens zwei Glanzparaden waren dabei. Den Elfmeter konnte er leider nicht parieren.
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Die erwartet schwere Saison

Eigentlich ist noch nicht allzu viel verratzt. Hertha ist im DFB-Pokal in der 2. Runde, hat mit 8 Punkten aus 5 Bundesligaspielen das Minimalziel erreicht und schwächelt nur ein wenig in der Europa League. Aber wenn man die beiden letzten Niederlagen gegen den 1. FSV Mainz 05 und nun gegen Östersunds FK Revue passieren lässt, graut es einen schon ein wenig vor den nächsten anspruchsvollen Aufgaben in den bald folgenden Englischen Wochen. Die durch Herthas beeindruckende Leistungen in den Heimspielen gegen Athletic Bilbao und Bayer 04 Leverkusen aufkeimende Hoffnung, dass die Mannschaft im Sommertrainingslager spielerisch einen großen Schritt nach vorn geschafft hat, scheint verfrüht gewesen zu sein. Die Zeichen mehren sich, dass es wohl doch die erwartet schwere Saison werden wird.

Der Keeper von Östersunds FK hatte zeitweise alle Hände voll zu tun.
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Ohne Plattenhardt und Rekik ging so gar nicht

Marvin Plattenhardt und Karim Rekik bekamen von Hertha-Trainer Pal Dardai gegen die Schweden eine Spielpause. Beide hatten in der Partie in Mainz auch dem Zuschauer den Eindruck vermittelt, mental nicht bei 100% zu sein. Schade nur, dass der Kader für diese beiden Spieler keinen Ersatz bietet. Niklas Stark auf dem ungewohnten linken Innenverteidigerposten und Jordan Torunarigha als Linksverteidiger, auch nicht seine Stammposition, blieben blass. Jordan Torunarigha hatte darüber hinaus noch das Pech, den das Spiel entscheidenden Elfmeter durch ein ungewolltes Handspiel zu verursachen. Mit Linksfuß Rekik hat die Ballzirkulation beim Aufbauspiel Tempo und Inspiration. Und ein formstarker Marvin Plattenhardt hätte bei den vielen Standardsituationen, die die Blau-Weißen sich bei Östersund erspielt hatten, mit seiner Standardqualität mit Sicherheit für signifikant mehr Torgefahr gesorgt.

Noch ist Neuzugang Valentino Lazaro mit der Nummer 20 von den Fotoreportern nur unscharf ins Bild gerückt. Dieses wird sich hoffentlich bald ändern.
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Neuzugang Valentino Lazaro mit Debüt

Hohe Spielefrequenz und folgerichtige Rotation machten es möglich, dass Neuzugang Valentino Lazaro bei seiner ersten Nominierung für einen Spieltagskader auch gleich in die Startformation rutschte. Mit ein wenig Glück wäre ihm sogar ein Treffer gelungen, als er aus sehr kurzer Distanz zu einem Kopfball ansetzen konnte. Aber die insgesamt von Schiedsrichter und Glück bevorteilten Schweden überstanden diese Großchance der Berliner ohne Gegentor. Schön, dass Lazaro endlich gesund ist. Mit dem ebenfalls gesund gewordenen Ondrej Duda soll er zusammen die Defizite in der spielerischen Qualität der Mannschaft vergessen machen.

Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic hatte seine Torchancen. Aber er knippst derzeit nicht.
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Warten auf Davie Selke und Julian Schieber

Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic knippst nicht mehr. Im DFB-Pokal gegen Hansa Rostock traf Ibisevic zwar, aber in der Bundesliga hat er seit 10 Spieltagen kein Tor erzielt. Das nagt am Selbstverständnis eines Torjägers. Und Vedad Ibisevic wirkt auch offensichtlich unzufrieden und übertrieben streitbar, wie sein unnötiger Platzverweis gegen den 1. FSV Mainz bewies. Eigentlich stehen in Herthas Kader zwei weitere Mittelstürmer bereit. Leider nur sind diese beiden verletzt. Bei Julian Schieber muss Hertha-Trainer Pal Dardai wohl noch länger warten. Mit Königstransfer Davie Selke könnte es dagegen schneller gehen. Die Idee, den Hochgeschwindigkeitsfußballer Alexander Esswein zum Mittelstürmer umzufunktionieren, hat bislang kaum Früchte getragen.

Schiedsrichter Luca Banti

Ticker. Östersunds FK – Hertha BSC – 1:0 (1:0). 8.900 Zuschauer sahen in der Jämtkraft Arena in Östersund eine starke Partie der Heimmannschaft. Schiedsrichter Luca Banti und sein Schiedsrichtergespann meinten es mit den Herthanern nicht gut. Den das Spiel entscheidenden Elfmeter hätte man nicht pfeifen müssen, da Herthas Jordan Torunarigha zwar im Strafraum den Ball an die Hand bekam, aber aus kurzer Distanz, ohne Absicht und ohne benachteiligende Flugbahnänderung. So what. Das zweite Spiel innerhalb von 5 Tagen welches für Blau-Weiß durch ein Elfmetergegentor verloren ging. Den Hertha-Spielern Vedad Ibisevic und Ondrej Duda zeigte der Italiener Luca Banti Gelb. Das Tor für Östersunds FK schoss Nouri per Elfmeter in der 22. Spielminute.

Hertha BSC gegen Östersunds FK
Hertha-Mannschaftsaufstellung und Einwechselspieler:

Hertha BSC Östersunds FK Ergebnisse Europa League Gruppe J
Europa League Gruppe J – 2. Spieltag:

 

Hertha BSC Östersunds FK Tabelle Europa League Gruppe J
Europa League Gruppe J – 2. Spieltag:

Sky Sport – der offizielle YouTube-Kanal von Sky Sport HD
Östersunds FK – Hertha BSC – 1:0
Sky Sport YouTube – Östersunds FK – Hertha BSC – TV-Zusammenfassung

Pressekonferenz mit den Trainern Pal Dardai und Graham Potter
Östersunds FK – Hertha BSC – 1:0
HerthaTV, der offizielle YouTube-Kanal von Hertha BSC

4 Kommentare

  1. Im Deutschen spricht man von „Englischen Wochen“.
    Die Engländer selbst sprechen von „midweek games“.
    – vgl. http://www.schiedsrichtergespann.de/herthas-rekik-mit-doppelfehler-beim-1-fsv-mainz-05/#comment-22787

    Ermüdungsserscheinungen konnte der Zuschauer vor dem TV nicht erkennen bei den oben genannten 11 Spielern, die Dárdai auf den Kunstrasen in Östersund schickte. Torunariha und Esswein konnten sich nicht für weitere Einsätze empfehlen – werden sie aber wieder bekommen, wenn andere eine Pause brauchen. Und wenn dann auch Ibisevic nicht mehr ins Tor trifft, dann kann ich mich heute noch über das Gurkenspiel der Hertha von gestern Abend ärgern.

  2. Die Rotation steht über Allem. Alle Spieler benötigen Zeit zur Regeneration. Sonst drohen vielerlei Verletzungen. Auch mental sind Bundesligaspieler nicht fähig, alle 3-4 Tage ans absolute Limit zu gehen. Ich erwarte, dass wir bis Weihnachten noch das eine oder andere schwache Spiel der Mannschaft erleben werden. Hoffentlich werden wir dafür im Umkehrschluss mit ein paar richtig guten Spielen belohnt. Bayern besiegen, wäre ein Anfang 😉

  3. Rundum schwach fand ich Hertha bis jetzt nicht. Es waren etliche Spiele mit viel Licht und Schatten. Wenn Ibisevic seine Chancen nutzt, haben die Spiele in Mainz und Östersund ein anderes Ergebnis – sowohl in der Bundesliga als auch in der Europa League sähe die Tabelle anders.

    Da Ibisevic für 2 Bundesligaspiele gesperrt wurde, werden jetzt hoffentlich andere Spieler für Hertha treffen.

  4. Beim sensationell unterhaltsamen 2:2 am Sonntag gegen Bayern München trafen dann Ondrej Duda und Salomon Kalou 😉

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