Holt Hertha den DFB-Pokal?

29 Jun 2009 In: DFB-Pokal, Hertha BSC Berlin

Wohl wie immer nicht. Mit dem Auswärtsspiel bei Preußen Münster hat Hertha BSC zwar in der 1. Runde des DFB-Pokals eine lösbare Aufgabe zugelost bekommen. Aber ein prüfender Blick auf Herthas Pokalbilanz der letzten 20 Jahre zeigt ein verheerendes Bild. Zumeist wird es schon ab der 2. Runde richtig brenzlig - völlig egal wer der Gegner ist.

2008/09

2. Runde

Dortmund

- Hertha BSC

2:1 n.V.

2007/08

2. Runde

Wuppertaler SV

- Hertha BSC

2:0

2006/07

1/4 Finale

VfB Stuttgart

- Hertha BSC

2:0

2005/06

1/8 Finale

FC St. Pauli

- Hertha BSC

4:3 n.V.

2004/05

2. Runde

Braunschweig

- Hertha BSC

3:2

2003/04

1/8 Finale

Werder Bremen

- Hertha BSC

6:1

2002/03

1. Runde

Holstein Kiel

- Hertha BSC

4:1 n.E.

2001/02

1/4 Finale

Hertha BSC

- 1. FC Köln

1:2 n.V.

2000/01

2. Runde

VfL Wolfsburg

- Hertha BSC

3:1

1999/00

1/8 Finale

FSV Mainz 05

- Hertha BSC

2:1 n.V.

1998/99

1/8 Finale

Tennis Borussia

- Hertha BSC

4:2

1997/98

2. Runde

VfB Stuttgart

- Hertha BSC

2:0

1996/97

2. Runde

Hertha BSC

- VfB Stuttgart

4:5 n.E.

1995/96

2. Runde

Altmark Stendal

- Hertha BSC

3:2 n.V.

1994/95

1. Runde

Offenbach

- Hertha BSC

3:1

1993/94

2. Runde

Hertha BSC

- Hamburger SV

3:5 n.V.

1992/93

1/8 Finale

Leverkusen

- Hertha BSC

1:0

1991/92

1. Runde

SC Jülich

- Hertha BSC

2:1

1990/91

2. Runde

Hertha BSC

- MSV Duisburg

1:2

1989/90

1. Runde

Hertha BSC

- FC Gütersloh

0:1

 

Nach dem Pokal ist vor dem Pokal

Die Kontrahenten des diesjährigen Pokal-Endspiels Werder Bremen und Bayer Leverkusen (1:0 für Bremen durch das Tor von Özil) müssen nicht lange auf ihr nächstes Pokalspiel warten. Gerade mal schlappe 2 Monate liegen zwischen dem Endspiel am 30.05.2009 und den Terminen der 1. Pokalrunde, die vom dem 31.07 - 03.08.2009 ausgetragen wird.

Glücksfee Renate Lingor

64 Mannschaften sind für die 1. Runde des DFB-Pokals qualifiziert. Als Glücksfee bei der Pokal-Auslosung agierte dieses Mal die Ex-Nationalspielerin Renate Lingor. Unterstützt wurde sie von Bundestorwarttrainer Andreas Köpke, der der Verbandsliga-Mannschaft SpVgg Neckarelz das Traumlos Bayern München bescherte.

Auslosung 1. Runde DFB-Pokal

Die Auslosung für die 1. Runde des DFB-Pokals ergab folgende 32 Spielansetzungen:

Preußen Münster

 - 

Hertha BSC

1. FC Union Berlin

 - 

Werder Bremen

Tennis Borussia Berlin

 - 

Karlsruher SC

SV Babelsberg 03

 - 

Bayer Leverkusen

Dynamo Dresden

 - 

1. FC Nürnberg

Rot-Weiß Erfurt

 - 

MSV Duisburg

SG Sonnenhof Großaspach

 - 

VfB Stuttgart

SC Paderborn 07

 - 

1860 München

SpVgg Weiden

 - 

Borussia Dortmund

VfL Osnabrück

 - 

Hansa Rostock

Germania Dattenfeld

 - 

FC Schalke 04

Eintracht Trier

 - 

Hannover 96

1. FC Magdeburg

 - 

Energie Cottbus

VfB Lübeck

 - 

1. FSV Mainz 05

SV Elversberg

 - 

SC Freiburg

FC Ingolstadt 04

 - 

FC Augsburg

FSV Frankfurt

 - 

Borussia M’gladbach

SpVgg Neckarelz

 - 

Bayern München

Kickers Offenbach

 - 

Eintracht Frankfurt

FC Oberneuland

 - 

1899 Hoffenheim

FC 08 Villingen

 - 

FC St. Pauli

SpVgg Unterhaching

 - 

Arminia Bielefeld

Eintracht Braunschweig

 - 

1. FC Kaiserslautern

SV Wehen Wiesbaden

 - 

VfL Wolfsburg

Concordia Hamburg

 - 

TuS Koblenz

Wormatia Worms

 - 

SpVgg Greuther Fürth

Wacker Burghausen

 - 

Rot-Weiss Ahlen

Sportfreunde Lotte

 - 

VfL Bochum

Kickers Emden

 - 

1. FC Köln

Fortuna Düsseldorf

 - 

Hamburger SV

VfB Speldorf

 - 

Rot-Weiß Oberhausen

Torgelower SV Greif

 - 

Alemannia Aachen

-

Wundertrantüte Hertha

25 Mai 2009 In: Bundesliga, Hertha BSC Berlin, Schiedsrichter

Ich hatte mit dem Schlimmsten gerechnet, ich hatte mir vom “Ticket des Grauens” im besten Fall Gruseln und den finalen Thrill bis nach dem Abpfiff versprochen, wenn der VfB dem FCB den Ausgleich in der Nachspielzeit verpasst und Hertha damit zum Meister gemacht hätte.

Kein Verlass auf Bildergebnisdienst

Das Wildparkstadion wäre dafür wahrscheinlich der am wenigsten geeignete Ort gewesen, ich habe heute morgen erst in der Zeitung gelesen, dass der HSV die Euro League durch ein Tor in der Nachspielzeit erreicht hat, im Stadion war einige Minuten nach Spielschluss vom “Bildergebnisdienst” 2:2 eingeblendet worden, so dass ich mit der Gewissheit gegangen bin, dass der HSV Alles noch verspielt hatte.
Wenn Hertha noch was zu gewinnen gehabt hätte, wäre sicher über Radio oder Handy die herbeigesehnte Nachricht zeitnah über die Fankurve hereingeschwappt und hätte die Luft rausgelassen oder das Fass zum Überkochen gebracht.

Blütenträume Champions League

Soweit die Wunschvorstellungen und “wenn” und “hätte”, die duftigsten Blütenträume waren schon verwelkt, das Erreichen der Champions League Qualifikation sah aber noch ganz stark nach angenehmer Pflicht aus.
Als Spielbericht kann vermeldet werden, dass das Wetter sehr schön war, und man besser in die Badeanstalt gegangen wäre.

Paralyse gegen Schockstarre

Paralyse gegen Schockstarre, wie von mir auch befürchtet, darf auf Seiten von Hertha ebenfalls vermeldet werden und zwar Angriff gegen Verteidigung sowie rechte gegen linke Außenbahn.
Nach einer halben Stunde des Abtastens, in der Hertha die größeren Spielanteile hatte, aber ausgesprochen ineffizient blieb, wurden die Angriffe des KSC, der in der Gewissheit spielte: “Du hast keine Chance, aber nutze sie!” (H. Achternbusch), über seine rechte Seite förmlich durchgewinkt und die zweite Großchance endlich eingestolpert.

Herthaabwehr - Sonnenbaden und Urlaubsbeginn

Die Organisation der Herthaabwehr löste sich in Sonnenbaden auf, die ganze Mannschaft schien den Urlaubsbeginn schon mal etwas vorzuziehen. Das zweite Tor des KSC vor der Pause war schon fast Formsache. Als Kacar kurz nach der Halbzeit eine totsichere auch nicht verwandeln konnte, war man ausgesprochen versucht aus der Sonne zu gehen. Der Respekt für die Saisonleistung und die Verabschiedung unserer Götter und Heroen (Pante, Voronin und Joe) hielt einen aber bis nach dem erlösenden Schlusspfiff in der Kurve.

Frustrationspotenzial ausgeschöpft

Das volle Frustrationspotenzial wurde auf beiden Seiten bis zur allerletzten Neige ausgeschöpft. Der Start in die neue Saison, die mit der Champions League Qualifikation gleich einen echten Kracher geboten hätte, hat jetzt als Attraktion das Ausweichen ins Leipziger Zentralstadion.

Gute Fahrt!

 

Ergebnisse BundesligaBundesliga-Ergebnisse 34. Spieltag:

 

VfL Wolfsburg

 - 

Werder Bremen

5:1 (3:1)

Eintracht Frankfurt

 - 

Hamburger SV

2:3 (0:1)

Bayern München

 - 

VfB Stuttgart

2:1 (1:0)

Energie Cottbus

 - 

Bayer Leverkusen

3:0 (0:0)

Arminia Bielefeld

 - 

Hannover 96

2:2 (1:0)

Karlsruher SC

 - 

Hertha BSC

4:0 (2:0)

1. FC Köln

 - 

VfL Bochum

1:1 (1:1)

Borussia M’gladbach

 - 

Borussia Dortmund

1:1 (0:0)

FC Schalke 04

 - 

1899 Hoffenheim

2:3 (2:1)

 

TabelleBundesliga-Tabelle 34. Spieltag:

 

1

VfL Wolfsburg

34

21

6

7

80:41

69

2

Bayern München

34

20

7

7

71:42

67

3

VfB Stuttgart

34

19

7

8

63:43

64

4

Hertha BSC

34

19

6

9

48:41

63

5

Hamburger SV

34

19

4

11

49:47

61

6

Borussia Dortmund

34

15

14

5

60:37

59

7

1899 Hoffenheim

34

15

10

9

63:49

55

8

FC Schalke 04

34

14

8

12

47:35

50

9

Bayer Leverkusen

34

14

7

13

59:46

49

10

Werder Bremen

34

12

9

13

64:50

45

11

Hannover 96

34

10

10

14

49:69

40

12

1. FC Köln

34

11

6

17

35:50

39

13

Eintracht Frankfurt

34

8

9

17

39:60

33

14

VfL Bochum

34

7

11

16

39:55

32

15

Borussia M’gladbach

34

8

7

19

39:62

31

16

Energie Cottbus

34

8

6

20

30:57

30

17

Karlsruher SC

34

8

5

21

30:54

29

18

Arminia Bielefeld

34

4

16

14

29:56

28

-

Ein Nachruf

Vorsagen lässt er sich ja nicht.

Erfolgsmanager Dieter Hoeneß, im Folgenden nur noch Dieter genannt und nach eigener Aussage unter den vorgefundenen Umständen in Berlin mindestens ebenso erfolgreich wie sein großer Bruder in Bayern, hat das gemacht, worauf man seit Jahren sehnlich gewartet hatte: Er hat sich überflüssig gemacht, und zwar so überflüssig, dass er inzwischen nicht nur sich selbst sondern auch allen andern, die sich bei Hertha mit Erstliga-Fußball beschäftigen, im Weg steht, obwohl er sich mit seiner Ankündigung, sein Engagement 2010 zu beenden, klar Abseits gestellt hat.
Anstatt nun dem Trainer den Rücken zu stärken und sich mit ihm, Schiller und Preetz zusammen zu setzen und nach Kassenlage und Maßgabe des Trainers, die Planungen für die nächste Saison zu besprechen und seine langjährigen Erfahrungen, sprich ausführlichste Fehleranalyse, weiter zu geben und vor Allem die Kompetenzen klar abzugrenzen, lässt er lancieren, dass er Preetz nichts zutraut, vor allem nicht die Entscheidungsschwäche des Trainers auszugleichen, aber er vielleicht noch mit geduldigem Bitten umzustimmen wäre, und so steht er nun im Mittelkreis seines Anstoß erregenden Egos als entblößtes herthanisches Machtzentrum, im festen Glauben noch alle Fäden in Händen zu halten, aber die Strippen hängen mittlerweile nur noch lose herum oder sind heillos verheddert, so dass zum Ziehen eigentlich nur noch die Konsequenzen bleiben.

Gib Gummi!

“Ich werde bis zum letzten Tag meines Vertrages Gas geben”, drohte Hoeneß im kicker und geht dann auch zum gewohnten Geschäftsgebaren
über, wo Eigeninteressen hinten angestellt und alle Kräfte auf das letzte Spiel fokussiert werden müssen, um einen krönenden Abschluss der Saison zu gewährleisten. Was mit etwas Phantasie aber auch als Bewerbung “auf Schalke” verstanden werden könnte, mehr Gas kann man zurzeit nirgends geben. Erfahrung mit dem Verbrennen auch größerer Summen hat er ja hinreichend sammeln können, die Zusammenarbeit mit Alpha-Männchen auf den Trainer- und Präsidentenposten hat er in grauer Vorzeit beim VfB mit Daum und MV auch schon mit Erfolg durchexerziert.

Dietha BSC, oder der regierende Mittelstürmer

Bei Hertha hat der geschäftsführende Manager jeglichen Rückhalt des Präsidiums um Werner Gegenbauer mit selbstverliebten Alleingängen leichtfertig verspielt, und seine Witze über Trainer Lucien Favre, die man eben nicht machen darf, wenn sie geeignet sind, die Autorität des Trainers zu untergraben, gehen von der Gegengeraden betrachtet etwa so: Lulu, sprich Lülü mit Betonung auf der zweiten Silbe, - klingt für sich schon wie eingepullert - allein auf dem Klo zwischen Urinal, Kabine und Kotzbecken macht sich richtig ein, saut sich völlig voll, weil er sich nicht entscheiden kann, ob er pissen, kacken oder kotzen muss, was in Anbetracht von Dieter, der zur Rettung in seiner ganzen könnerhaften Art die Klofrau schicke würde, aber nur zu verständlich scheint.
Das ist auf jeden Fall zum Rotz und Wasser heulen.
Da muss dann wirklich Alles raus!
Eine ausgiebige Champagnerdusche hätte dagegen sicherlich wahre Wunder wirken können und vor allem die Geruchsbelästigung in Grenzen halten bei beherrschbarer Gefahr sauer aufzustoßen.

Aussicht auf Balkon

Der Sturm auf den Roten Rathausbalkon muss erstmal für mindestens ein Jahr verschoben werden, wobei allerdings noch erwähnt werden müsste, dass das Rote Rathaus überhaupt keinen brauchbaren Balkon zum Abfeiern hat. Da müsste man wahrscheinlich wieder auf das Schöneberger Rathaus zurückgreifen, dessen Balkon auch das nötige historische Flair mitbringt (”Ich bin ein Berliner!” und “Berlin, nun freue dich!”) und wo auch noch was gut zu singen ist.

Vielleicht haben einige Spieler auch bei dem Gedanken an die Meisterfeier auf dem Rathausbalkon die Hosen schon randvoll gehabt, es wurden Gerüchte gestreut, dass man mit Wowi den Schampus stilecht aus gut eingespielten Töppen hätte schlürfen müssen - schmeckt ja auch wirklich nicht jedem, das Zeug, von der verbreiteten Homophobie bei den Jungs ganz abgesehen.

Die meisten Herthafans können sich gar nicht mehr daran erinnern, wie es ohne Dieter bei Hertha zugegangen ist, und das ist auch gut so.
Aus einem tiefen Tal der Tränen, indem nicht viel mehr als ein paar angestaubte Traditionen übrig geblieben waren, führten die Millionen der Bertelsmann-Tochter Ufa Hertha zurück in die Erstklassigkeit und zu einer Professionalisierung der Strukturen in der Vereinsführung.
Dieter Hoeneß war dabei nur dritte Wahl, es hätte auch viel dicker kommen könne, die Ufa wollte zuerst Reiner Calmund, der für 800 000 Mark Jahresgehalt an die Spree gelockt werden sollte, aber nach eigener Aussage (”Sogar ich kann bloß zwei Koteletts am Tag essen.”) noch bekloppter als ein halbes Dutzend ist.
Auch Uli Hoeneß (”Ich bin mit dem FC Bayern quasi verheiratet”) wollte die Hertha nicht sanieren, ließ aber immerhin den Erlös aus einem Freundschaftsspiel springen, um seinen kleinen Bruder versorgt zu sehen.

Seltsamer Weise waren nur Kandidaten vom Typ “Blonde Bestie” gefragt, das sind die, die mit einem Knüppel übern Schädel noch lange nicht vom Platz gehen, obwohl Dieter als Kopfballungeheuer auch nur zweite Wahl war, hatte er am Ende aber die Platte vorn.

Vom Wedding nach Westend

Als erste Amtshandlung wurden erstmal die Wurzeln an der Plumpe gekappt bei dem Versuch, den Verein nachhaltig zu entprollen, dass dabei die Seele des Vereins auf der Strecke blieb, wurde von den sportlichen Anfangserfolgen gnädig überdeckt.
Jürgen Röber als Cheftrainer schien der einzige gewesen zu sein, der fußballerisch mit Dieter auf einer Linie gelegen hat, auf ein tragendes Konzept nebst Strukturen für deren systematische Umsetzung wurde verzichtet und obwohl das Hertha-Internat, das talentmäßig aus dem Vollen schöpfen kann und schon einige Spitzenkicker hervor gebracht hat, deren Kindereien allerdings immer noch Schlagzeilen produzieren, wird die pädagogische Leitung von Krücken bestimmt.

Kaderstimmung

Die Anmutungen, die die Spieler- und Trainerverpflichtungen von Dieter bei mir hinterlassen haben, erinnern stark an das Computerspiel Bundesliga-Manager und wie es von Halbwüchsigen gespielt wird: Alles kaufen, was gut und teuer und gerade zu haben ist, dazu einen viel versprechenden Trainer engagieren, dem bei Bedarf wie üblich die Schuld am Scheitern gegeben wird und von hinten die volle Kontrolle ausüben.
Als nahezu genial muss dann die Hinwendung zur brasilianischen Fußballkunst gewertet werden, die größten Zicker von Alex Alves, der keine nähere Erläuterung benötigt, bis André Lima, der noch 2 Jahre Vertrag hat, weg will aber zu teuer ist, als Direktimport. Dieter konnte sich dabei als ganz große Nummer der Fußballwelt darstellen und man wundert sich fast, warum er noch nicht bei Thomas Gottschalk mit der Wette, alle größeren Küstenstädte zwischen Belém und Porto Alegre am Geruch der Puffmutter erkennen zu können, aufgetreten ist.
Dass die letzten brasilianischen Schnäppchen Kaká und Rodnei, kantige Innenverteidiger der hüftsteifen Art aus der portugiesischen Provinz und den masurischen Sümpfen gekommen, an Eleganz, Spielwitz und Ballsicherheit aber auch alles schuldig bleiben, nährt den Verdacht, dass es sich eher um Gesellschaft für die anderen Brasilianer handelt, die leicht von Heimweh befallen werden, besonders im Winter. Bei einem halben Dutzend Sambakickern lohnt sich das dann auch mit dem Dolmetscher.
Am deutlichsten trat die Unfähigkeit von Dieter in dieser Beziehung aber zu Tage, als er Giovane Elber, der bei den Bayern ausgemustert wurde, nicht verpflichten konnte.

Dreiecksspiel

Zu Fredi Bobic, dem Schnäppchen des Jahres 2003 und der Diva Marcelinho hätte Elber die ideale Ergänzung sein können, wenn man schon auf brasilianische Fußballer setzt, sollte man einen dabei haben, der für die anderen bei der Eingewöhnung wegweisend sein kann, mal davon abgesehen, dass er als alter Kumpel von Fredi eine Aufmunterung für den von starken Stimmungsschwankungen geplagten Marcelinho hätte sein können.
Im Zusammenspiel hätten sie ein “Magisches Dreieck” wieder auferstehen lassen und eine Fliesband basierte Torfabrik implementieren können, wenn Huub Stevens dabei mitgespielt hätte, der zu Marcelinho passte wie konkav zu perplex. Sicherheiten gibt es in dem Geschäft natürlich nicht, nur Selbstsicherheiten aber damit könnte Dieter auch ein paar Filialen aufmachen.

Dass brasilianischer Ballzauber flankiert von balkanesischer Laufarbeit geradewegs zu Titeln führen kann, hat man gestern im Uefa-Cup-Endspiel Donezk gegen Werder exemplarisch begutachten können, quälender wurde sein Fehlen bei Werder noch nie vermisst.

“Ticket des Grauens”

Die Schussfahrt zum Saisonfinale mit der Eintrittskarte des Schreckens mitten hinein in die Hölle des badischen Elends lässt bekanntlich den letzten Kick vermissen, für die Sonderfahrt des Meisterschaftszuges wurden die Billets nicht geknipst, was die Partie glücklicher Weise nicht völlig entwertet. Beide Teams müssen dringend gewinnen, ich rechne mit dem Schlimmsten: Paralyse gegen Schockstarre.
Hertha hat aber Alles selbst auf dem Fuß, selbigen in die Champions League Tür zu bekommen, und mit einem Sieg der Wölfe über waidwunde Werderaner tut die verpasste Chance schon gar nicht mehr weh.
So kann man sich immerhin damit trösten, dass man nicht mit ansehen muss, wie Dieter einen völlig unverdienter Maßen mit der Meisterschale in den Händen aus allen Bildschirmen und Gazetten in unerträglichster Weise angrient, natürlich nicht ohne vorher im freien Wildpark als Tanzbär Hertinho per Samba den Rasen zweitligatauglich gesteppt zu haben.
Womit der KSC sich dann auch ein ganz kleinwenig Trost spenden kann.

Schade Hertha - schade Pantelic

18 Mai 2009 In: Bundesliga, Hertha BSC Berlin

Hertha BSC erreicht am 33. Spieltag im mit 74.244 Zuschauern ausverkauften Berliner Olympiastadion gegen schwache Schalker nur ein 0:0 Unentschieden - schade. Der Traum von der Meisterschale ist damit endgültig geplatzt.

Zu wenig Risiko?

Beliebte Phrasen wie “Im Nachhinein ist man immer schlauer” haben schon ihren Reiz. Hätte die Hertha mit 1:0 gewonnen, wäre Favre als Trainerfuchs umjubelt worden. So muss sich Lucien Favre allerdings den Vorwurf gefallen lassen, zu wenig Risiko gegangen zu sein. Die - wie so oft in dieser Saison - ideenlos spielenden Schalker hätte man mit einem vehementen Sturmlauf vielleicht auch mit 3:0 oder 4:1 nach Hause schicken können. Aber das ist nicht Herthas Stil.

Was ist der Punkt wert?

Was der Punkt gegen Schalke 04 wert ist, wird der letzte Spieltag zeigen. Wenn Hertha in Karlsruhe gewinnt und Bayern München gegen den VfB Stuttgart unentschieden spielt, was gut möglich ist, erreichen die Berliner die Champions League direkt. Das wäre einfach göttlich. Aber auch der 3. Tabellenplatz und die damit verbundene Berechtigung in der Champions League Qualifikation antreten zu dürfen, sind ein sehr attraktives Ziel. Der Karlsruher SC muss eben besiegt werden, auch wenn es für den KSC den sicheren Abstieg bedeutet.

Schade Pantelic

Ich hatte Marko Pantelic den großen Abschied mit einem Sieg im letzten Heimspiel von ganzem Herzen gewünscht. Der wieder einmal hervorragend haltende Schalker Torwart Manuel Neuer und der eher indisponierte Schiedsrichter Gagelmann hatten an einem Pantelic Abschiedsfest leider kein Interesse. Wer soll den Vollblutstürmer Pantelic in der nächsten Saison nur ersetzen?

Schiedsrichter Peter Gagelmann

Das Schiedsrichtergespann um Peter Gagelmann hatte zu Herthas Leidwesen leider nicht seinen besten Tag. Die Abseitsentscheidung gegen Pantelic in der 20. Spielminute kostete Hertha womöglich den Sieg. Den Herthanern Dardai und Cicero sowie dem Schalker Sanchez zeigte er Gelbe Karten.

 

Ergebnisse BundesligaBundesliga-Ergebnisse 33. Spieltag:

 

1899 Hoffenheim

 - 

Bayern München

2:2 (2:2)

Hertha BSC

 - 

FC Schalke 04

0:0 (0:0)

Hannover 96

 - 

VfL Wolfsburg

0:5 (0:3)

VfL Bochum

 - 

Eintracht Frankfurt

2:0 (1:0)

Werder Bremen

 - 

Karlsruher SC

1:3 (0:2)

VfB Stuttgart

 - 

Energie Cottbus

2:0 (1:0)

Borussia Dortmund

 - 

Arminia Bielefeld

6:0 (1:0)

Bayer Leverkusen

 - 

Borussia M’gladbach

5:0 (2:0)

Hamburger SV

 - 

1. FC Köln

0:1 (0:1)

 

TabelleBundesliga-Tabelle 33. Spieltag:

 

1

VfL Wolfsburg

33

20

6

7

75:40

66

2

Bayern München

33

19

7

7

69:41

64

3

VfB Stuttgart

33

19

7

7

62:41

64

4

Hertha BSC

33

19

6

8

48:37

63

5

Borussia Dortmund

33

15

13

5

59:36

58

6

Hamburger SV

33

18

4

11

46:45

58

7

1899 Hoffenheim

33

14

10

9

60:47

52

8

FC Schalke 04

33

14

8

11

45:32

50

9

Bayer Leverkusen

33

14

7

12

59:43

49

10

Werder Bremen

33

12

9

12

63:45

45

11

Hannover 96

33

10

9

14

47:67

39

12

1. FC Köln

33

11

5

17

34:49

38

13

Eintracht Frankfurt

33

8

9

16

37:57

33

14

VfL Bochum

33

7

10

16

38:54

31

15

Borussia M’gladbach

33

8

6

19

38:61

30

16

Arminia Bielefeld

33

4

15

14

27:54

27

17

Energie Cottbus

33

7

6

20

27:57

27

18

Karlsruher SC

33

7

5

21

26:54

26

-

Hertha Kurs Königsklasse

14 Mai 2009 In: Bundesliga, Hertha BSC Berlin

Nachdem Hertha BSC Berlin auch den 1. FC Köln vor 48.000 Zuschauern im Rhein-Energie-Stadion mit 2:1 besiegt hat, winkt der wahre Mega-Erfolg - die Champions League, die Königsklasse des Weltfußballs. Ein Startplatz in der UEFA-Europaliga (ehemalig UEFA-Cup) ist nun sicher erreicht. Für die Mannschaft und alle Herthafans kann die Zeit bis zum Anpfiff am Samstag gegen Schalke 04 nicht schnell genug vergehen.

6 Punkte bis zur Königsklasse

Die Wahrscheinlichkeit, dass 6 Punkte zum direkten Einzug in die Champions League berechtigen, ist recht hoch. Dafür müsste in diesem Fall nur 1 der 4 noch ausstehenden Spiele von Wolfsburg und Bayern mit einem Unentschieden enden. Wenn man vorausgesetzt, dass der VfB Stuttgart am letzten Spieltag bei Bayern München verliert, würde schon ein Sieg (Schalke oder Karlsruhe) das Erreichen der Champion League Qualifikation sichern. Hertha hat einfach rosige Aussichten im Bundesliga-Saison-Finale.

Marko Pantelic lebt!

Den 2:1 Erfolg in Köln kann man zu einem guten Teil Marko Pantelic zuschreiben. Sein Dribbling auf der Torlinie am Kölner Verteidiger McKenna vorbei und der mustergültige Pass auf den Torschützen Cicero zum 1:0 in der 42. Spielminute war eine Augenweide. Auch den erfolgreichen Torschuss von Patrick Ebert in der 53. Spielminute zum 2:0 legte Pantelic geschickt auf. Nach solch einer guten Vorstellung mag man sich eine Zukunft von Hertha ohne Pantelic nicht vorstellen. Pantelic und Voronin passen derzeit bestens ins erfolgreiche Spielsystem. Favre hat so mehrere schon erprobte Optionen bei der Mannschaftsaufstellung, die sich bei der Dreifachbelastung in der nächsten Saison noch als sehr wertvoll erweisen könnten. Vielleicht sollte man doch versuchen, beide Top-Stürmer zu halten.

Modus der neuen UEFA-Europaliga

Da Hertha sich schon mal für die UEFA-Europaliga qualifiziert hat, lohnt ein kurzer Blick auf den neuen Spielmodus. Der UEFA-Cup wird nicht nur in UEFA-Europaliga umbenannt, sondern wird auch in einem neuen, attraktiveren Modus ausgetragen. 48 Teams spielen in 12 Vierergruppen mit Hin- und Rückspiel. Alle Gruppenersten und Gruppenzweiten qualifizieren sich für die dann folgende K.o-Runde. An dieser K.o-Runde nehmen dann auch wieder die Drittplazierten der Champions League Gruppen teil. Damit wird jeder UEFA-Europaliga Teilnehmer in der Gruppenphase 6 anstatt wie bisher 4 internationale Spiele bestreiten und endlich werden wieder Hin- und Rückspiele ausgetragen.

Schiedsrichter Knut Kircher

Nachdem Schiedsrichter Knut Kircher die Hertha im Spiel gegen den VfL Wolfsburg noch regelungerecht verpfiffen hatte, konnten sich die Berliner dieses Mal nicht beschweren. Als Simunic im Strafraum den Ball an die Hand bekam, hätte Kircher Elfmeter pfeifen müssen und Siegessäule Joe hätte seine 5. Gelbe Karte kassiert.

 

Ergebnisse BundesligaBundesliga-Ergebnisse 32. Spieltag:

 

Bayern München

 - 

Bayer Leverkusen

3:0 (0:0)

Karlsruher SC

 - 

Hannover 96

2:3 (2:2)

1. FC Köln

 - 

Hertha BSC

1:2 (0:1)

VfL Wolfsburg

 - 

Borussia Dortmund

3:0 (1:0)

Eintracht Frankfurt

 - 

Werder Bremen

0:5 (0:0)

FC Schalke 04

 - 

VfB Stuttgart

1:2 (1:1)

Hamburger SV

 - 

VfL Bochum

3:1 (2:0)

Energie Cottbus

 - 

Borussia M’gladbach

0:1 (0:0)

Arminia Bielefeld

 - 

1899 Hoffenheim

0:2 (0:1)

 

TabelleBundesliga-Tabelle 32. Spieltag:

 

1

VfL Wolfsburg

32

19

6

7

70:40

63

2

Bayern München

32

19

6

7

67:39

63

3

Hertha BSC

32

19

5

8

48:37

62

4

VfB Stuttgart

32

18

7

7

60:41

61

5

Hamburger SV

32

18

4

10

46:44

58

6

Borussia Dortmund

32

14

13

5

53:36

55

7

1899 Hoffenheim

32

14

9

9

58:45

51

8

FC Schalke 04

32

14

7

11

45:32

49

9

Bayer Leverkusen

32

13

7

12

54:43

46

10

Werder Bremen

32

12

9

11

62:42

45

11

Hannover 96

32

10

9

13

47:62

39

12

1. FC Köln

32

10

5

17

33:49

35

13

Eintracht Frankfurt

32

8

9

15

37:55

33

14

Borussia M’gladbach

32

8

6

18

38:56

30

15

VfL Bochum

32

6

10

16

36:54

28

16

Arminia Bielefeld

32

4

15

13

27:48

27

17

Energie Cottbus

32

7

6

19

27:55

27

18

Karlsruher SC

32

6

5

21

23:53

23

-

Hertha souverän gegen Bochum

11 Mai 2009 In: Bundesliga, Hertha BSC Berlin

Hertha BSC besiegt den abstiegsbedrohten VfL Bochum souverän mit 2:0 und klebt weiter auf Platz 3 direkt hinter dem VfL Wolfsburg und Bayern München. Vor 71.323 Zuschauern im fast ausverkauften Berliner Olympiastadion erzielten Goalgetter Marko Pantelic mit Kopfball in der 39. und der Brasilianer Raffael in der 50. Spielminute die Tore für die Hertha.

Simunic lässt nichts anbrennen

Neben dem zum wiederholten Mal bärenstark aufspielenden Josip Simunic ließ die Berliner Defensive so wie keine Torchance der Bochumer zu. Auch Wackelkandidat Steve von Bergen wirkte im Abwehrverbund sehr sicher und ersetzt den weiter verletzten Arne Friedrich immer besser.

Meistertrainer Lucien Favre

Im Endspurt zur deutschen Meisterschaft zeigt sich die ganze Erfahrung des Meistertrainers Lucien Favre (Favre holte mit dem FC Zürich 2006 und 2007 zwei Meisterschaften in Folge). Das bislang erfolgreiche System, aus einer kontrollierten Abwehr heraus auf sich irgendwann im Spielverlauf bietende Chancen zu warten, wird nicht angetastet. Zu keinem Zeitpunkt wirkte die Berliner Mannschaft nervös oder überhastet. Sie vertraut Favres System und wird belohnt. Auch die akut vom Abstieg bedrohten Bochumer bissen sich, wie schon so viele andere Gästeteams zuvor, an den bestens organisierten Herthanern die Zähne aus.

Schiedsrichter Dr. Helmut Fleischer

Schiedsrichter Dr. Helmut Fleischer leitete die Partie hervorragend. Dem Herthaner Lukasz Piszczek sowie den Bochumern Bönig, Hashemian und Azaouagh zeigte er jeweils die Gelbe Karte.

 

Ergebnisse BundesligaBundesliga-Ergebnisse 31. Spieltag:

 

Bayer Leverkusen

 - 

Arminia Bielefeld

2:2 (1:2)

Energie Cottbus

 - 

Bayern München

1:3 (1:1)

VfB Stuttgart

 - 

VfL Wolfsburg

4:1 (2:1)

Hannover 96

 - 

Eintracht Frankfurt

1:1 (1:1)

Borussia Dortmund

 - 

Karlsruher SC

4:0 (1:0)

Hertha BSC

 - 

VfL Bochum

2:0 (1:0)

1899 Hoffenheim

 - 

1. FC Köln

2:0 (0:0)

Borussia M’gladbach

 - 

FC Schalke 04

1:0 (0:0)

Werder Bremen

 - 

Hamburger SV

2:0 (1:0)

 

TabelleBundesliga-Tabelle 31. Spieltag:

 

1

VfL Wolfsburg

31

18

6

7

67:40

60

2

Bayern München

31

18

6

7

64:39

60

3

Hertha BSC

31

18

5

8

46:36

59

4

VfB Stuttgart

31

17

7

7

58:40

58

5

Borussia Dortmund

31

14

13

4

53:33

55

6

Hamburger SV

31

17

4

10

43:43

55

7

FC Schalke 04

31

14

7

10

44:30

49

8

1899 Hoffenheim

31

13

9

9

56:45

48

9

Bayer Leverkusen

31

13

7

11

54:40

46

10

Werder Bremen

31

11

9

11

57:42

42

11

Hannover 96

31

9

9

13

44:60

36

12

1. FC Köln

31

10

5

16

32:47

35

13

Eintracht Frankfurt

31

8

9

14

37:50

33

14

VfL Bochum

31

6

10

15

35:51

28

15

Borussia M’gladbach

31

7

6

18

37:56

27

16

Arminia Bielefeld

31

4

15

12

27:46

27

17

Energie Cottbus

31

7

6

18

27:54

27

18

Karlsruher SC

31

6

5

20

21:50

23

-

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