Fußball Weblog - Blog Hertha BSC Berlin
Holland zaubert und entzaubert den Vizeweltmeister Frankreich. Holland besiegt Frankreich mit 4:1und steht nach 2 Spielen als Gruppensieger fest. Die holländische Offensive ist auch durch die traditionell abwehrstarken Franzosen nicht zu stoppen. Nun müssen die Holländer als heißer Kandidat auf den EM-Titel gehandelt werden. Wer kann die Offensiv-Spieler van der Vaart, Kuijt, van Nistelrooy, Sneijder, Robben und van Persie stoppen? Die Partie, die souverän vom deutschen Schiedsrichtergespann um Herbert Fandel geleitet wurde, war jederzeit absolut hochklassig, unterhaltsam und extrem spannend. Das lag auch an den Franzosen, die sich, angeführt vom wieder äußerst stark aufspielenden Franck Ribery, viele hochkarätige Torchancen erarbeiteten, aber immer wieder auch in aussichtsreichsten Positionen am Weltklasse-Torhüter Edwin van der Sar scheiterten.
Das zweite Spiel des Abends zwischen Italien und Rumänien endete leistungsgerecht 1:1. Es hätte aber auch gut und gerne 4:4 oder 5:5 ausgehen können, wenn nicht beide Torhüter überragend gehalten hätten. Der rumänische Torhüter Bogdan Lobont genauso wie der italienische Keeper Gianluigi Buffon, der seine Leistung krönte, indem er in der 82. Spielminute einen von Mutu zwar sehr scharf, aber etwas zu unplatziert in die Mitte des Tores geschossenen Elfmeter mit einer Weltklasse-Reaktion parierte.
Das ist die entscheidende Frage vor dem letzten Gruppenspiel der DFB-Auswahl gegen Österreich. Ein Unentschieden reicht für das Viertelfinale gegen Portugal in Basel. Wenn die Hosen wirklich so voll werden sollten, wie die Österreicher sich das einzureden versuchen, sollte Jogi Löw sich einen Rücktritt trotz der demonstrativen Rückendeckung vom DFB-Boss Zwanziger (den kann auch keiner wechseln!) von niemanden ausreden lassen und statt dessen intensiv über eine Rückzahlung seines letzten Jahresgehalts nachdenken.
Eigentlich ist eine Niederlage gegen das ÖFB-Team schlichtweg undenkbar, völlig unvorstellbar wie ein österreichischer Spieler auf freier Wildbahn ein Tor erzielen will, aber die Vorstellung, dass Lehmann oder einer seiner Vorderleute sich zu einer finalen Notgrätsche genötigt sehen könnte, ist bei blank gewienertem aber gänzlich verknittertem Nervenkostüm nicht ganz auszuschließen.
Die gestrigen Leistungen der Schiedsrichtergespanne waren bedauerlicher Weise auch eher zum Abwinken bzw. -pfeifen: dem belgischen Schiedsrichter fehlte es an einer konsequenten Linie bei der Leitung der Partie Kroatien - Deutschland, dem englischen Linienrichter bei Österreich - Polen die passende Armbinde (die gelbe mit den drei schwarzen Punkten). Die Spiel resp. Turnier entscheidenden Fehlleitungen sind dann rechtzeitig zu den letzten Gruppenspielen und den Finalrunden zu erwarten.
Der deutsche Fußballfan darf sich mit größter Wahrscheinlichkeit auf den ersten Viertelfinalkracher in Basel freuen, wobei zu hoffen ist, dass die DFB-Elf sich nicht allzu sehr am Spielort orientiert. An der Kette, an die Christiano Ronaldo gelegt werden muss, muss dann auch richtig gezerrt werden, wenn die 26. KW nicht schon als Urlaubswoche angerechnet werden soll.
Die Euphorie ist vorbei. Die DFB-Auswahl musste am gestrigen Abend überraschend eine bittere 1:2 Niederlage gegen das stark aufspielende Kroatien hinnehmen. Bitter deshalb, weil die deutsche Nationalmannschaft völlig zu Recht verloren hat und damit alle geträumten Ambitionen, die Fußball-Europameisterschaft mit erfrischendem Offensiv-Fußball zu gewinnen, in weite Ferne gerückt sind. Bitter, weil der in der 65 Minute eingewechselte offensive Mittelfeldspieler Bastian Schweinsteiger, der dem deutschen Spiel deutlich die bis dahin völlig fehlenden kreativen Momente geben konnte, leider wegen einer blöden Unbeherrschtheit zurecht die rote Karte sah und damit für die nächsten Spiele ausfallen, weil gesperrt sein wird. Der deutsche Nationaltrainer Joachim Löw hat ein Problem. Auch weil die Österreicher im zweiten Donnerstag-Spiel in der Nachspielzeit einen Elfmeter zugesprochen bekamen, den der 38 jährige Fußball-Oldie und Altstar Ivica Vastic souverän zum verdienten 1:1 Ausgleich gegen Polen versenkte. Nun gibt es am letzten Gruppenspieltag ein Endspiel zwischen Österreich und Deutschland um den 2. Tabellenplatz, der zur Qualifikation für das Viertelfinale berechtigt. - Einzig positiv zu vermelden ist der deutsche Anschlusstreffer von Lukas Podolski zum 1:2 in der 79. Spielminute. Im Kampf um die Torjägerkrone hat Podolski mit seinem 3. Treffer im laufenden Turnier damit mit dem Spanier David Villa gleich gezogen.
Mauern ohne Erfolg. Der amtierende Europameister Griechenland mauert und verliert zu Recht mit 0:2 gegen Schweden. Was ist nur in den Trainer der griechischen Nationalmannschaft Otto Rehhagel (auch Rehhakles genannt) gefahren, sein Team derart defensiv aufzustellen. Die TV Kommentatoren sprachen schon von irrwitzigen 3 Manndeckern die im Strafraum vor dem von Nikopolides gehüteten Tor schwersten Beton angossen. Zum Glück für alle Zuschauer ging dieses Rezept so überhaupt nicht auf, sodass damit zu rechnen ist, dass die Griechen bei ihrem nächsten Spiel gegen die Russen offensiver agieren werden. Hoffen wir es. Die Schweden haben sich von der griechischen Defensivtaktik nicht überrumpeln lassen und sind in der 67. Minute durch einen fulminanten Rechtsschuss ihres Superstars Zlatan Ibrahimovic verdient mit 1:0 in Führung gegangen.
4:1 besiegen grandios aufspielende Spanier die von Guus Hiddink trainierte russische Nationalmannschaft. Dabei zeigten die Russen eigentlich ein sehr ansprechendes Passspiel. Aber den hervorragend aufgelegten Mittelfeldspielern der Spanier gelang es wiederholt, die etwas behäbig wirkende Abwehrreihe der Russen durch präzise Pässe in die Tiefe auszuhebeln. Und im Sturmzentrum der Spanier steht ein gnadenloser Vollstrecker mit Namen David Villa. Gleich 3 der 4 Tore schoss der bestens aufgelegte Stürmer vom FC Valencia und hat damit gute Aussichten sich in den Annalen der EM Historie zu verewigen, indem er EM Torschützenkönig wird. Nun versteht man auch ein wenig besser, warum im Vertrag zwischen David Villa und seinem Arbeitgeber FC Valencia im Falle eines frühzeitigen Transfers als Ablösesumme die horrende Summe von 126 Millionen Euro festgeschrieben sein sollen.
Das erste große Ausrufezeichen dieser Europameiserschaft setzten die Holländer, die in der Todesgruppe C den amtierenden Weltmeister Italien mit 3:0 versenkten. Besonders das 1:0, von Ruud van Nistelrooy erzielt, wird in die Geschichte des Fußballs eingehen. Hier kam eine seltene Abseitsregel zum Tragen, die sowohl dem ARD Kommentator Günter Netzer als auch dem italienischen Nationaltrainer Roberto Donadoni bis dahin unbekannt war. Beim Anspiel des holländischen Stürmers van Nistelrooy befand sich zwischen ihm und der Torlinie nur ein Spieler, der italienische Weltklasse-Torhüter Gianluigi Buffon - also eigentlich abseits. Der zweite italienische Spieler, der das vermeintlich offensichtliche Abseits aufhob, lag zu diesem Zeitpunkt zwar weitab vom Geschehen im Toraus, den Regularien zufolge war der Spieler aber auch in dieser Position aktiv am Spiel beteiligt. Laut amtlicher Abseitsregel also ein reguläres Tor. Ein Hoch auf das Schiedsrichtergespann um den schwedischen Schiedsrichter Fröjdfeldt, welches die Regel ohne zu zögern richtig anwandte.
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