Schiedsrichtergespann

Hertha BSC Blog – Berlin Fußball Bundesliga

Per Skjelbred führte Hertha zum Sieg in Köln

Im Auswärtsspiel besiegte Hertha BSC den 1. FC Köln mit 1:0 und brach den Bann. Endlich wieder ein Dreier. Nach fünf Spielen ohne Sieg (Augsburg 0:0, Bremen 2:2, Dortmund 0:0, Stuttgart 0:2 und Wolfsburg 1:1) wurde es langsam Zeit. Und für Hertha-Torjäger Vedad Ibisevic ging ebenfalls eine schwarze Serie zu Ende. Nach 599 Minuten Torflaute markierte er den so wichtigen Siegtreffer. Besser konnte der Auftakt in die Englische Woche nicht ausfallen. Durch die Spielansetzungen bedingt, genießen die Berliner vor der folgenden Partie am Mittwoch einen höchst willkommenen Vorteil. Sie haben zwei Tage mehr Zeit zur Regeneration als der Gegner aus Frankfurt. Kann die Hertha diesen Vorteil nutzen und einen weiteren Dreier draufsatteln, nimmt der Traum von einer Europapokalteilnahme immer konkretere Form an.
Februar 2016 - Spielergebnis - 1. FC Köln - Hertha BSC - 0:1
Nach Vorlage von Spielmacher Salomon Kalou zirkelte Torjäger Vedad Ibisevic den Ball sauber ins lange Eck unhaltbar für Kölns Torhüter Horn.
Foto: Getty Images

Herthas Gegner versuchen es mit Catenaccio

Schon im Spiel gegen den VfL Wolfsburg rieb man sich als Zuschauer verwundert die Augen. Und nun in Köln ein nahezu identisches Bild. In der 1. Halbzeit igelt sich der Gegner hinten ein und verzichtet fast vollendst auf ein aktives Aufbauspiel. Hie und da ein Nadelstich, aber sonst konsequente Deckungsarbeit im Stile eines italienischen Catenaccios. Es ist noch gar nicht so lange her, da mussten die Berliner oft aus purer Not und spielerischer Unfähigkeit zu eben diesem Mittel greifen. Nun hat sich das Blatt um 180 Grad gewendet. Hertha will das Spiel machen und die Gegner tun wundersamer Weise erst einmal alles dafür, dass die Berliner es auch tun müssen. Beiden Gegnern, Wolfsburg und nun auch Köln, nutzte diese taktische Maßnahme wenig. Wolfsburg konnte den tabellarisch gesehen so megawichtigen Sieg gegen einen Konkurrenten um eine Europapokalteilnahme nicht erringen und die Kölner konnten von Glück reden, dass Hertha derzeit so auffällig schwach bei Standards agiert. Ob Ecken oder Freistöße, die von Marvin Plattenhardt geschlagenen Bälle finden den eigenen Mann nicht, sind wirkungs- und gefahrlos. Was ist da eigentlich los?

Für sein aberwitzig ausgedehntes Zeitspiel vor der Ausführung eines Eckballs sah Marvin Plattenhardt zurecht von Schiedsrichter Tobias Stieler die Gelbe Karte.
Foto: Getty Images

Herthas Abwehr hielt stand

Ist es Respekt vor der Qualität von Hertha? Ein wenig sicher, aber sicher nicht nur. Denn die taktische Maßnahme, erst in der 2. Halbzeit ein Feuerwerk zu entfachen, nämlich dann wenn den Herthanern so langsam die Puste ausgeht, hätte in beiden Partien funktionieren können. Tat es aber nicht. Konnten die Wolfsburger das Nachlassen der Konzentration und der läuferischen Kräfte der Herthaner noch nutzen und sich zum Ende des Spiels hin hochwertige Torchancen herausspielen, fiel den Kölnern nichts besseres ein, als mit viel Kampf, Krampf und langen Bällen zu operieren. Eben Kick and Rush. Nach dem Spiel verglich Hertha-Trainer Pal Dardai das Niveau der Partie in der 2. Halbzeit schmunzelnd mit dem Fußball der 2. Liga Englands. Die Kölner fanden keine spielerische Linie und die Berliner waren nicht in der Lage, anders als mit aufopferungsvollem Kampf dagegenzuhalten.

Das Hertha-Trainer-Duo Pal Dardai und Rainer Widmayer ziehen erfolgreich an einem Strang.
Foto: Getty Images

Glück gehört unbedingt dazu

Fast wäre es noch so gekommen, wie die Kölner es sich wohl gewünscht hatten. Als der Ball bei einer der vielen turbulenten Strafraumszenen des 2. Abschnitts zufällig an Per Skjelbreds Oberarm sprang, hätte Schiedsrichter Tobias Stieler mit Sicherheit Elfmeter für Köln gepfiffen, wenn er denn bessere Sicht auf diesen Vorfall gehabt hätte. So hatten die Blau-Weißen jenes Glück, von dem jede Mannschaft der Bundesliga saisonübergreifend profitiert. Manche mehr, manche allerdings weniger 😉 Im letzten Jahr hatte Hertha-Trainer Pal Dardai den Faktor Glück im Fußball mit immerhin 30 % beziffert.

Die Kölner Spieler reklamierten zurecht auf Handspiel und Elfmeter. Denn kurz zuvor wurde der Ball von Per Skjelbred wohl unabsichtlich aber richtungsändernd mit dem Oberarm touchiert.
Foto: Getty Images

Ein starker Niklas Stark ersetzte Sebastian Langkamp

Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Abwehrchef Sebastian Langkamp rückte der erst 20-jährige Sommerneuzugang Niklas Stark in die Anfangsformation. Zusammen mit dem ebenfalls noch recht jungen 23-jährigen John Anthony Brooks bildete er die Hertha-Innenverteidigung. Und die beiden machten einen rundum guten Job. In der ersten Halbzeit ließen sie zusammen mit Torhüter Rune Jarstein den Ball beim Aufbauspiel sicher und ohne Anzeichen von Nervosität zirkulieren. In der zweiten Halbzeit dann sicherten sie mit vereinter Lufthoheit und fairem Zweikampfverhalten den Strafraum so rigoros ab, dass die Kölner Brechstange zu einem stumpfen Werkzeug verkam. Nach allem, was man als Zuschauer bislang vom dem Spieler Niklas Stark sehen konnte, ist Hertha in der Innenverteidigung klar besser besetzt als noch in der letzten Saison. Sollte Berlin die Qualifikation für Europa gelingen, ist der Mannschaftsteil Innenverteidigung für die Mehrfachbelastung gut gewappnet.

Herthas Niklas Stark zeigte Kante in der Innenverteidigung zum Leidwesen von Kölns Anthony Modeste.
Foto: Getty Images

Genki Haraguchi und Mitchell Weiser

Wegen dem durch Gelbsperre bedingten Ausfall von Vladimir Darida musste sich das Trainer-Duo Pal Dardai und Rainer Widmayer eine neue Aufstellung einfallen lassen. Als Taktgeber, Laufwunder und Torschütze ist Vladimir Darida im aktuellen Hertha-Kosmos fast nicht wegzudenken. Irgendwie überraschend oder vielleicht auch gerade nicht, entschied sich das Trainer-Duo, den Offensivspieler Darida durch den Rechtsverteidiger Peter Pekarik zu ersetzen. Rechtsverteidiger Mitchell Weiser rückte auf der rechten Seite vor und bildete zusammen mit dem auf links versetzten Genki Haraguchi eine Flügelzange, deren Dribbelstärke und Schnelligkeit offensiv sowie deren Zweikampfstärke defensiv für eine hervorragende Balance im Hertha-Spiel sorgte. Denn die Gefahr, dass insbesondere die fehlende defensive Qualität von Vladimir Darida sich zuungunsten von Hertha auswirken könnte, schien groß. Das offensive Element übernahm Salomon Kalou, der als zweite Spitze und als Spielmacher in Personalunion erneut seine außergewöhnliche Klasse bewies und mit einem Zuckerpass auf Vedad Ibisevic maßgeblich am so wichtigen Torerfolg des Bosniers beteiligt war.

Herthas Norweger Per Skjelbred hatte nach der Partie allen Grund zu überschwänglicher Freude. Sein bärenstarker Auftritt in Köln zeigte, wie ungemein wichtig er für die Mannschaft ist.
Foto: Getty Images

Schiedsrichter Tobias Stieler

Ticker. 1. FC Köln – Hertha BSC – 0:1 (0:1). 48.900 Zuschauer im Rhein-Energie-Stadion sahen einen Sieg der Gästemannschaft Hertha BSC. Hertha-Trainer Pal Dardai hatte seine Mannschaft mit einem offensiven 4-4-2 System in die Partie geschickt. Die Aufgaben, die sonst vom gesperrten Darida übernommen werden, teilten sich im zentralen Mittelfeld Salomon Kalou und Per Skjelbred. Schiedsrichter Tobias Stieler und sein Schiedsrichtergespann lagen bei ihrer Spielführung zumeist richtig. Ein von den Fernsehkameras perfekt eingefangenes Handspiel von Per Skjelbred im eigenen Strafraum übersah Stieler allerdings. Glück für Hertha. Den Herthanern John Anthony Brooks und Marvin Plattenhardt zeigte Schiedsrichter Stieler die Gelbe Karte. Das Tor für Hertha BSC erzielte Mittelstürmer Vedad Ibisevic in der 43. Spielminute nach perfekter Vorarbeit von Salomon Kalou. Herthas Dauerläufer der Partie: Mitchell Weiser mit 12,04 gemessenen Kilometern.

1. FC Köln gegen Hertha BSC
Hertha-Mannschaftsaufstellung, Einwechselspieler und Reservebank:
Februar 2016 - Mannschaftsaufstellung - 1. FC Köln - Hertha BSC

Hertha-Spiele Fußball-Historie

Ältere Spielberichte, Informationen und Meinungen zu Begegnungen beider Mannschaften vom Schiedsrichtergespann:

24. September 2015 – Zwei Buden Vedad Ibisevic – Hertha BSC – 1. FC Köln – 2:0
20. April 2015 – Hertha-Serie – Hertha BSC – 1. FC Köln – 0:0
24. November 2014 – Dreckiger Sieg – 1. FC Köln – Hertha BSC – 1:2
13. Mai 2013 – Zweitliga-Meister – 1. FC Köln – Hertha BSC – 1:2
30. November 2012 – Absteiger-Duell – Hertha BSC – 1. FC Köln – 1:1
12. März 2012 – Absturz wg Ladehemmung – 1. FC Köln – Hertha BSC – 1:0
01. Oktober 2011 – Zerlegt – Hertha BSC – 1. FC Köln – 3:0
03. April 2010 – Raffael Doppelpack – 1. FC Köln – Hertha BSC – 0:3
09. November 2009 – Schicksalsspiel – Hertha BSC – 1. FC Köln – 0:1
12. Mai 2009 – Kurs Königsklasse – 1. FC Köln – Hertha BSC – 1:2
28. November 2008 – Gefestigt – Hertha BSC – 1. FC Köln – 2:1

Wieder ließ Hertha-Torwart Rune Jarstein keinen Gegentreffer zu. Und es ist beeindruckend, wie beruhigend Rune Jarstein auf seinen Abwehrverbund einwirkt.
Foto: Getty Images

Hertha BSC 1. FC Köln Ergebnisse 1. Bundesliga
1. Bundesliga 23. Spieltag:

Niklas Stark 1. FC Köln - Hertha BSC

Hertha BSC 1. FC Köln Tabelle 1. Bundesliga
1. Bundesliga 23. Spieltag:

1. FC Köln - Hertha BSC Norweger Per Skjelbred

Pressekonferenz mit den Trainern Pal Dardai und Peter Stöger
1. FC Köln – Hertha BSC
HerthaTV, der offizielle YouTube-Kanal von Hertha BSC

2 Kommentare

  1. Jetzt geht’s rasant weiter.

    Die Ansetzungen bis einschließlich 29. Spieltag wurden gestern veröffentlicht.
    http://www.herthabsc.de/de/teams/spielplan/2015/16/page/8264-383-5–.html

    Ich bin blitzgespannt, wieviele Punkte Hertha bis dahin sammeln kann gegen seine Konkurrenten um eine Europapokalteilnahme. Nein – der dritte Platz berechtigt zur Teilnahme an der Champions League! 😀 ☝

  2. Die Teilnahme an der Champions League wäre trotz dem aktuell sehr guten Tabellenstand immer noch ein Wunder. Eine Teilnahme an der Europa League dagegen ist eindeutig machbar, wenn die Mannschaft nicht durch Verletzungen und Formschwankungen zurückgeworfen wird und ihr das Quäntchen Glück weiterhin hold bleibt.