Schiedsrichtergespann

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Endstation Halbfinale – Hertha gegen Dortmund chancenlos

Hertha BSC verlor gegen Borussia Dortmund im Halbfinale des DFB-Pokals mit 0:3. Trotz optimaler Auslosung, Hertha hatte Heimrecht, bester Stimmung und voller Hütte, das Berliner Olympiastadion war restlos ausverkauft, mussten sich überforderte Blau-Weiße bärenstarken Dortmundern geschlagen geben. Nach 90 Spielminuten hieß es Endstation Halbfinale. Die Enttäuschung bei Spielern, Trainern und Fans ist natürlich erst einmal riesengroß. Nur selten bekommt man im Fußball die Chance, einen Titel zu gewinnen. Und Hertha war nur noch zwei Siege von einem großen Titel entfernt. Aber die Aufgabe, zuerst Borussia Dortmund und dann im Finale auch noch Bayern München zu besiegen, war realistisch betrachtet, fast unlösbar. Denn diese beiden Topvereine mit ihren Multi-Millionen-Etats sind der restlichen Bundesliga-Konkurrenz gegenüber mittlerweile so weit enteilt, dass die Chance auf einen Sieg, insbesondere in einem so wichtigen Duell wie einem DFB-Pokal-Halbfinale, doch verschwindend klein ist.
April 2016 - Spielergebnis - Hertha BSC - Borussia Dortmund - 0:3
Drei Tore musste Hertha-Torhüter Rune Jarstein beim Pokal-Aus schlucken.
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Der Matchplan von Pal Dardai und Rainer Widmayer

Schon lange vor Spielbeginn war deshalb abzusehen, Pal Dardai und Rainer Widmayer würden mit einem strickten Defensiv-Konzept versuchen, den Erfolg zu erzwingen. Der Hertha-Kader verfügt nicht über die Spielertypen, um einer der besten Mannschaften Europas, auf andere Weise beizukommen. Oberstes Ziel in der Partie war es dann auch, den übermächtigen Gegner am Toreschießen zu hindern und mit einem 0:0 oder vielleicht 1:1 in die Verlängerung zu kommen. Gegen eine Dortmunder Mannschaft in mittelprächtiger Verfassung hätte dieser Matchplan durchaus funktionieren können. Denn erst im Februar war es den Berlinern in der Bundesliga gelungen, ein durchaus gerechtes 0:0 über die Zeit zu bringen. Leider waren die Dortmunder im Pokal-Halbfinale aber bis in die Haarspitzen motiviert und zelebrierten gleichzeitig einen Tempofußball, bei dem den Herthaner einfach kein Zugriff möglich war.

Hätte Jens Hegeler diesen Ball bloß besser getroffen, dann hätte er zum Pokalhelden werden können.
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Jens Hegeler für Vladimir Darida

Beim 0:0 gegen Dortmund im Februar hatte Ersatzspieler Jens Hegeler eine gute Partie abgeliefert. Deshalb war es nicht so verwunderlich, dass Pal Dardai erneut auf den kantigen und kopfballstarken Hegeler für den verletzten Vladimir Darida setzte. Aber Hegeler konnte dem Offensivspiel der Berliner keine Impulse geben und das schnelle Aufbauspiel der Dortmunder nur selten effektiv behindern. Wie schon in den letzten Bundesliga-Spielen der Hertha zu beobachten war, geht in der Offensive ohne einen fitten und richtig formstarken Vladimir Darida nur wenig zusammen. Ohne Daridas Ballsicherheit und sein extremes Laufpensum kreieren die Berliner zu wenige Torchancen. Vladimir Darida, der Königstransfer des letzten Sommers ist von niemandem im Kader auch nur annähernd zu ersetzen.

Die starken Paraden von Hertha-Torhüter Rune Jarstein hielten seine Mannschaft lange in der einseitigen Halbfinal-Pokal-Partie.
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Rune Jarstein auf Finalkurs im Pokalkracher

Drei Gegentore, aber man muss Herthas Torhüter Rune Jarstein unbedingt lobend hervorheben. Denn Jarstein war in diesem Pokalkracher voll auf Finalkurs gepolt. Er war es, der Hertha trotz drückender Dortmunder Überlegenheit lange Zeit im Spiel hielt. Seiner starken Leistung war es zu danken, dass Hertha bis zur 75. Spielminute immer noch das Unmögliche hätte möglich machen können, wenn denn vorne Salomon Kalou oder Vedad Ibisevic die Pille vielleicht doch noch einmal reingemacht hätten. Nach dem Halbzeittee hatte Hertha seine beste Phase. Insbesondere der eingewechselte Julian Schieber ging beherzt in die Zweikämpfe, motivierte seine Mitspieler und beim Zuschauer kam das Gefühl auf, dass vielleicht doch noch etwas gehen könnte. Es stand zu diesem Zeitpunkt schließlich nur 0:1.

War das die Szene, kurz bevor John Anthony Brooks blöd ausrutschte und dieser Patzer zum 0:2 und damit Pokal-Aus führte?
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Brooks Ausrutscher besiegelte Herthas Pokal-Aus

Auch Herthas Innenverteidiger John Anthony Brooks merkte man deutlich an, mit welchem Herzblut er bei der Sache war. Wie man überhaupt der Hertha-Mannschaft nicht absprechen konnte, dass sie unbedingt ins Pokalfinale wollte. Aber gleich der erste richtige Blau-Weiße Patzer besiegelte Herthas Pokal-Aus. In der 75. Spielminute sah John Anthony Brook die Chance den Ball ins Mittelfeld zu führen. Mit viel Tempo zog er am pressenden Ex-Herthaner Adrian Ramos eigentlich vorbei, knickte aber unglücklich um und verlor so den Ball. Den anschließenden Konter in die entblößte Hertha-Verteidigung spielten die Dortmunder perfekt über Kagawa und Reus aus. Reus setzte mit einem sehenswerten Torschuss aus der Drehung den Schlusspunkt und Herthas Pokalträume endeten jäh. Das 0:2 brach den Berliner das Genick und die Partie war gelaufen.

Schiedsrichter Deniz Aytekin

Ticker. Halbfinale DFB-Pokal 2015/16: Hertha BSC – Borussia Dortmund 0:3 (0:1). 76.233 Zuschauer sahen im Berliner Olympiastadion eine einseitige Pokalpartie, bei der die Berliner die große Qualität der Dortmunder Mannschaft in allen Facetten zu spüren bekamen. Schiedsrichter Deniz Aytekin und sein Schiedsrichtergespann machten einen ordentlichen Job. Hatten aber auch wenig zu entscheiden. Dem Herthaner Marvin Plattenhardt zeigte Aytekin die Gelbe Karte. Die Tore für Borussia Dortmund erzielten Castro in der 21., Reus in der 75. sowie Mkhitaryan in der 83. Spielminute.

Hertha BSC – Borussia Dortmund
Hertha-Mannschaftsaufstellung, Einwechselspieler und Reservebank:
April 2016 - Mannschaftsaufstellung - Hertha BSC - Borussia Dortmund

Ergebnisse Halbfinale DFB-Pokal 2015/16:

Die Ergebnisse der 5. DFB-Pokal-Runde 2015/16 im Überblick:

Hertha BSC - Borussia Dortmund Endstation DFB-Pokal Halbfinale

Pressekonferenz mit den Trainern Pal Dardai und Thomas Tuchel
Hertha BSC – Borussia Dortmund
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4 Kommentare

  1. ….
    Im Lande heißt die Lappenmaid
    nicht Hertha und Amalie,
    man ruft sie mit dem Kosewort
    “Komm her, meine Lappalie!”

    https://youtu.be/MwlGAhaBcb8?list=PLuxnse_cjONob7c3ZTwqDm_bTEh_9Y7By&t=59

  2. Den Spielverlauf hat der Linienrichter überaus wortreich und korrekt beschrieben.
    Die Stimmung unter den Zuschauern konnte der Spielverlauf nicht trüben. Jeder Zuschauer (auch meiner Einer) war gewillt, dieses einmalige Spiel zu genießen. Wer weiß denn schon, wann das nächste Mal die Herthafahne für ein Pokalheimspiel aus der Lostrommel gezogen wird?

    Herthas Sieger ist die Ostkurve
    http://www.berliner-kurier.de/sport/hertha-bsc/hammer-choreo-herthas-sieger-ist-die-ostkurve-23933648

  3. Interessante Eindrücke aus der Kabine zu den vorigen Pokalspielen vermittelte der rbb bereits am vergangenen Sonntag
    http://mediathek.rbb-online.de/tv/rbb-SPORTPLATZ/Der-Traum-vom-Finale/rbb-Fernsehen/Video?documentId=34738688&topRessort=tv&bcastId=9597422