Schiedsrichtergespann

Hertha BSC Blog – Berlin Fußball Bundesliga

Hertha BSC gewinnt Mega-Pokal-Krimi gegen Dynamo Dresden

| 1 Kommentar

In der 2. Runde des DFB-Pokals besiegte Hertha BSC den Zweitligisten Dynamo Dresden nach Verlängerung und Elfmeterschießen denkbar knapp. Nach regulärer Spielzeit stand es 2:2, nach der Verlängerung 3:3 und im Elfmeterschießen sorgte erst Herthas Schütze Numero 6, Marko Grujic, mit seinem Tor für die 5:4 Entscheidung. Was auf dem Papier schon als äußerst knapp zu erkennen ist, war in der Realität, in Echtzeit an extremer Emotionalität kaum zu toppen. Zwischen Sieg, Niederlage und urplötzlichem Comeback lagen in diesem Pokal-Krimi für beide Mannschaften oft nur wenige Minuten und das im mehrfachen Wechsel. Nur selten ist die Redewendung – Wechselbad der Gefühle – so treffend für ein Fußballspiel, wie für diese Pokal-Partie in ihrem epischen Ausmaß. Circa 3 Stunden lang mussten Spieler, Trainer und Anhänger hoffen, bangen und immer und immer wieder aufs Neue zittern bis endlich ein Sieger feststand.

Der Moment des Hertha-Pokal-Triumpfs. Marko Grujic hatte soeben den entscheidenden Elfmeter zum 5:4 verwandelt.
Foto: Getty Images
Embed from Getty Images

Hertha-Trainer Ante Covic kurz vorm Abgrund

Einfach nicht auszudenken, Hertha hätte die Partie nach diesem aufwühlenden Spielverlauf im Elfmeterschießen wegen Nervenschwäche der Schützen verloren. Mehr Tritt vors Schienbein wären für Mannschaft und Trainerteam kaum denkbar gewesen. Nach der bitteren Heimspiel-Pleite gegen Hoffenheim und dem explosiven Folgeprogramm mit dem Derby bei Union Berlin und die für die Herthaner so gut wie als unbezwingbar geltende Brausetablettenlimo aus Leipzig wäre die baldige Mega-Krise fast schon einprogrammiert gewesen, hätte Hertha im Pokal vor über 70.000 bis ans Äußerste gespannten Zuschauern im heimischen Olympiastadion schmachvoll versagt. Aber im Elfmeterschießen zeigten die Hertha-Schützen (Vedad Ibisevic, Vladimir Darida, Javeiro Dilrosun, Davie Selke und Marko Grujic; außer Karim Rekik der verschoss) sowie der im Showdown bestens aufgelegte Torhüter Thomas Kraft Nervenstärke vom Allerfeinsten. Und so wurde die Entstehung dieses brandgefährlichen Worst-Case-Szenarios für Verein und Trainerteam gerade noch einmal abgewendet.

Ohne den hochkonzentriert agierenden Elfmetertöter Thomas Kraft hätte Hertha gegen Dynamo Dresden im Elfmeterschießen wohl verloren.
Foto: Getty Images
Embed from Getty Images

Beste Torchancen wurden ausgelassen

Hertha war die klar bessere Mannschaft. Aber zum Siegen reichte das gegen den Zweitligisten aus Dresden nicht aus. Denn die Berliner haben weiter mit ihrem Hauptproblem der richtigen Balance zwischen bemerkenswerter Angriffswucht und erschreckender Abwehrschwäche zu kämpfen. Und wenn denn wie gegen Dynamo beste Torchancen nicht genutzt werden, wird es halt schnell eng, wenn in der Defensive unkoordiniert, fahrlässig und/oder schlampig agiert wird. Ein einfaches Kontergegentor sowie ein dumm verschuldeter Elfmeter reichten aus, den Underdog nicht nur stark sondern fast zum Sieger zu machen. Als dann in der Verlängerung Kräfte und Konzentration schwanden und die Gäste plötzlich sogar mit 3:2 in Führung gingen, schien die eigentlich bessere Mannschaft vor dem Aus zu stehen. Wie Jordan Torunarigha dann aber in der Nachspielzeit der Verlängerung, also den letzten Sekunden dieser Endlos-Partie, mit einem wuchtigen Schuss ins Tor der Dresdner doch noch das Elfmeterschießen erzwang, hatte etwas zutiefst Unwirkliches, nicht mehr Mögliches – es geschah ein Comeback-Wunder.

Die Herthaner Dodi Lukebakio und Javeiro Dilrosun zauberten gegen Dresden. Den Ausgleich zum 1:1 erzielte Lukebakio. Dilrosun narrte Dynamos Verteidigung ein ums andere Mal. Sein Kopfball-Aufsetzer aus Nahdistanz krachte leider nur gegen die Latte.
Foto: Getty Images
Embed from Getty Images

Schiedsrichter Tobias Stieler

Ticker. 2. Runde DFB-Pokal 2019/20: Hertha BSC – Dynamo Dresden 2:2 (0:1) – n.V. 3:3 – i.E. 5:4. Vor 70.429 Zuschauern im Berliner Olympiastadion entwickelte sich eine als historisch einzuordnende Pokalschlacht höchster Intensität. Dresden war so gut wie draußen, als Ondrej Duda den Elfmeter in der 85. Spielminute zur 2:1 Führung für Hertha versenkte. Hertha war so gut wie ausgeschieden, bevor Jordan Torunarigha in der Nachspielzeit der Verlängerung doch noch zum 3:3 Ausgleich traf. Schiedsrichter Tobias Stieler und sein Schiedsrichtergespann hatten das Marathon-Pokal-Match allzeit bestens im Griff. Den Herthanern Ondrej Duda, Vedad Ibisevic und Thomas Kraft zeigte Tobias Stieler die gelbe Karte. Die Tore für Hertha BSC erzielten Dodi Lukebakio in der 48., Ondrej Duda per Elfmeter in der 85. und Jordan Torunarigha in der 122. Spielminute. Die Treffer für Dynamo Dresden markierten Kone in der 36., der Ex-Kult-Herthaner Patrick Ebert in der 90. und Hartmann in der 107. Minute.

Hertha BSC – Dynamo Dresden
Hertha-Mannschaftsaufstellung, Einwechselspieler und Reservebank:

Hertha-Spiele Fußball-Historie

Ältere Spielberichte, Informationen und Meinungen zu Begegnungen beider Mannschaften vom Schiedsrichtergespann:

04. März 2013 – Stoppt Serie – Dynamo Dresden – Hertha BSC – 1:0
27. September 2012 – Chancenlos – Hertha BSC – Dynamo Dresden – 1:0

Ergebnisse 2. Runde DFB-Pokal 2019/20:

Alle Ergebnisse der 2. DFB-Pokal-Runde 2019/20 im Überblick:

Pressekonferenz mit den Trainern Ante Covic und Christian Fiel
Hertha BSC – Dynamo Dresden 2:2 (0:1) – n.V. 3:3 – i.E. 5:4
HerthaTV, der offizielle YouTube-Kanal von Hertha BSC

 

Ein Kommentar

  1. „Zittern“ ist das Verb zum Spiel aus Zuschauersicht.
    Gegen 20 Uhr erreichte ich meinen Platz im Olympiastadion.
    Fast 4 Stunden dauerte es bei Temperaturen knapp über Null, bis ein Herthaner den Elfmeter zum Siegtreffer verwandelte.

    Ich war froh, als ich kurz vor 1 Uhr morgens am Donnerstag in meine heiße Badewanne rutschen konnte.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.