Schiedsrichtergespann

Hertha BSC Blog – Berlin Fußball Bundesliga

Herthas blutleeres Gekicke

Herthas blutleeres Gekicke lässt nur eine Deutung zu: Dracula und seine Bräute saugen des Nachts an den weißen Hälsen unserer geliebten Hertha-Spieler. Nach grauenhafter Leistung gehen die Berliner auch beim Kellerrivalen Augsburg mit 0:3 sang- und klanglos unter. Gegen welches Team, fragt man sich, könnte Hertha in der Rückrunde überhaupt noch punkten, um den plötzlich goldig glänzenden Relegationsplatz irgendwie zu halten?

Traum vom Relegationsplatz

Sicher kann der Traum vom Relegationsplatz in Erfüllung gehen. Dazu müssen Freiburg und Kaiserslautern nur weiter ebenso desolat auftreten wie die mittlerweile uralte Dame aus Berlin. 25 Punkte könnten zum Abschluss dieser Saison vielleicht schon reichen, um sich dann mit dem Dritten der 2. Liga in den zwei Entscheidungsspielen messen zu dürfen. Also bräuchte die Hertha nur noch einen Sieg gegen Wolfsburg und zwei Unentschieden gegen eben jene Freiburger und Kaiserslauterer, die ja auch nicht gewinnen können. Dieses sollte doch zu schaffen sein. Spätestens in der Relegation erkennt König Otto dann auch den wahren Grund der Berliner Pleitenserie, greift in die Werkzeugkiste und verscheucht die lästigen Vampire über Berlin.

Herthas Sechser

Jetzt wo Herthas Sechser am dringendsten benötigt werden, sind alle weg. Der bei vielen Bloggern so unbeliebte, aber für den Defensivverbund anscheinend oberwichtige Andreas Ottl sitzt weiter die Rote Karte gegen Stuttgart ab. Fabian Lustenberger laboriert immer noch an dem üblen Tritt eines Gladbachers beim Pokalspiel und Peter Niemeyer muss nach seiner fünften Gelbe Karte im Augsburg-Spiel zwangsweise pausieren. Abstiegskampf ohne Herthas beste Sechser. Ob Levan Kobiashvili und Fanol Perdedaj den Laden gegen Werder Bremen stramm zusammenhalten können, scheint ein Experiment zu werden, dessen Ausgang nichts Gutes erahnen lässt.

Schiedsrichter Florian Meyer

Ticker. FC Augsburg – Hertha BSC 3:0 (0:0). 29.123 Zuschauer feierten in der Augsburger SGL-Arena einen megawichtigen Heimsieg gegen erschreckend schwache Berliner. Schiedsrichter Florian Meyer zeigte den Hertha-Spielern Kobiashvili, Niemeyer, Morales und Mijatovic die Gelbe Karte. Die Tore für den FC Augsburg erzielten Oehrl in der 61. und 63. sowie Ndjeng in der 90. Spielminute. Herthas Rekordläufer der Partie: Levan Kobiashvili mit 10,83 gelaufenen Kilometern.


Mannschaftsaufstellung Hertha BSC:
Mannschaftsaufstellung Hertha BSC FC Augsburg

Hertha-Spiele Fußball-Historie

Ältere Spielberichte, Informationen und Meinungen zu Begegnungen beider Mannschaften vom Schiedsrichtergespann:

17. September 2011 – Hertha BSC – FC Augsburg – 1:1
15. Mai 2011 – Hertha BSC – FC Augsburg – 2:1
18. Dezember 2010 – FC Augsburg – Hertha BSC – 1:1

Hertha BSC FC Augsburg Ergebnisse 1. Bundesliga1. Bundesliga 23. Spieltag:

FC Augsburg Hertha BSC Relegationsplatz

Hertha BSC FC Augsburg Tabelle 1. Bundesliga1. Bundesliga 23. Spieltag:

FC Augsburg Hertha BSC Kellerrivalen blutleer

4 Kommentare

  1. Echt gruselig!
    Wenn 5 Punkte in der Rückrunde, was glaube ich Negativrekord wäre, zum Klassenerhalt reichen sollten, dann hätte Karsten Heine als Trainer und Kostendämpfer auch gereicht.
    So sparsam war der Optimismuns bei Hertha aber auch noch nicht. Freiburg muss leider so eingeschätzt werden, dass sie noch mindestens 8 Punkte holen können.

  2. Die Hertha-Mannschaft bricht auseinander. Von der verschworenen Gemeinschaft, die sich erfolgreich gegen den Abstieg stemmt, ist auf dem Platz nix zu sehen. Es liegt aber weniger an den Einzelspielern, sondern am fehlenden System. Schon im Aufstiegsjahr in der 2. Liga unter Trainer Markus Babbel suchte man als Fan vergeblich nach der Hertha-Spiel-Philosophie. In Augsburg ließ die Auswechslung des Aggressiv-Leaders Peter Niemeyer jegliche Struktur zusammenbrechen. König Otto wird innerlich fassungslos gewesen sein, als er sah, welches Desaster seine Auswechslung anrichtete. Viel Zeit zum Kennenlernen der Hertha bleibt Otto Rehhagel nicht. Meine ganze Hoffnung liegt auf der Rückkehr von Ottl, Lustenberger und Lell sowie dem bald wieder einsetzbaren Niemeyer. Wenn vorne schon keine Tore mehr geschossen werden, muss hinten die Null stehen.

  3. Einige Hälse der Hertha-Feldspieler sind zwar alles andere als weiß, deren Inhaber stehen aber genauso anämisch in der Gegend, sprich auf dem Spielfeld herum, wie ihre hellhäutigen Clubkameraden. Aber wenn man noch einmal genau hinsieht, ist die chronische Malaise auch weniger als arthrotischer oder arthritischer Standfußball zu diagnostizieren, sondern mehr als eine des Drehschwindels, des Stolperns und des allgemeinen Orientierungsverlustes. Diese Einzelsymptome münden dann unter Flutlichtbestrahlung bzw. jetzt im beginnenden Frühling auch schon unter Tageslichteinfluss regelmäßig in eine kollektiv lähmende Depression, die mit dem Begriff „Antriebslosigkeit“ dann wieder den medizinischen Laien mehr auf Blutarmut als ursächliches Krankheitsbild schließen lässt … Vielleicht sollte Dok Rehhagel sich vom Gerätewart einmal zur Revitalisierung der Truppe die g r o ß e n Klistiere aushändigen lassen. Die beleben durch Stimulation und fördern damit die Zirkulation; zuerst intraindividual und dann als Team-Erlebnis auf dem Grün …

  4. Wo steckt bei Hertha die Null, die die wöchentlichen Hertha-Resultat-Nullen gebiert?

    Der 15. in der Tabelle der Bundesliga, Hertha BSC, trifft als Gast auf den 18. und Letzten in derselben: eine klassische Gruftkonstellation.

    Die eine Mannschaft ist noch gerade der Überlebenszone in der Bundesliga attachiert, die andere zum Klassenverlust schon vorsortiert. Am Ort des Gastgebers geht es für den Berliner Wiederaufsteiger sowie den bayerischen Erstliga-Debütanten um jahresübergreifende Umsätze, Arbeitsplätze und auch und nicht zuletzt um so etwas Altmodisches wie Reputation, Selbstwertgefühl und Publikumsgunst.

    Und das Spielgeschehen entwickelt sich in Augsburg für Hertha und den Gastgeber FCA prozesshaft erwartungsgemäß bzw. überraschenderweise wie gewohnt.

    Hertha beginnt das Match offensiv durch eine tornah erspielte Lasogga-Szene mit Hinterkopfstoß und dann wenig später durch Raffael, der das Objekt der Begierde direkt auf die gegnerische Torlinie vorprellend niedergehen lässt, wo es irritierend von zwei sich eher gegenseitig behindernden Augsburgern schließlich geklärt wird. Dann wird Lasogga mittels Kurzpass von Rafael beschickt und gleich darauf auf Elfmeterhöhe per regelwidrig in den Lauf gehaltenen Augsburger Oberschenkel gefällt; allerdings keine Elfmeterentscheidung, d. h. Hertha weiterhin gerechtigkeitslos, glücklos, pechbehaftet, konkret: strafstoßlos und damit torlos.

    Etwas später: Hertha-Keeper Kraft muss mindestens eine explosionsgefährliche Granate aus vollem Flug per Handaufgriff entschärfen.

    Zunehmend lässt sich Hertha das Mittelfeld durch die Augsburger abkaufen, trägt dann aber vor Halbzeitpfiff doch noch einen unerwartet erfolgsträchtigen Gegenstoß vor. Wenig danach erzeugt aber der Neu-Herthaner Bastians mit einem eigentorgefährlichen Flugball Aufmerksamkeit. In vollem Rückspurt (auf dem Rechtsflügel) rutscht ihm die niedergehende Kugel – unter massivem Abfangdruck – über den Spann, geht dann aber zum Glück doch nur beunruhigend pfostennah am eigenen Tor vorbei …

    Halbzeitpause

    Die zweite Halbzeit riecht, besonders weil Hertha auf dem Platz steht, nach 3-Punkte-Zuteilung.

    So kommt es auch, Augsburg erzielt innerhalb von zwei-drei Minuten wie entfesselt zwei sehenswerte Tore aus schnellen Kombinationen heraus und erwischt Hertha tendenziell sediert. Anstatt der Gefahr (nämlich den jeweils heranstürmenden Gegnern) den Weg abzuschneiden, wird vielfüßig durch die Herthaner parallel mitgelaufen, aber der Ball nicht erlaufen bzw. neutralisiert. Erneut Amateurverhalten, also 2:0 für die bayerischen Schwaben …

    Warum hat Hertha immer wieder eine Entscheidung zu eigenem Vorteil auf dem Fuß und wird dann immer wieder desaströs überrollt? …

    Dann der Gnadenstoß durch den Augsburger Ndjeng mit einem Traumlauf sowie einer Traumablage und folglich einem Traumtor in der Nachspielzeit zum demütigenden 3:0 …

    Und wieder verblieb Hertha am Ende der Begegnung die Doppelnull: keine Tore, kein Punkt. Null-Null ist übrigens auch die Benennung für einen Ort, wo das Große im Kleinen und das Kleine im Großen abwärts entsorgt wird. Wie viel Klein-klein und große Missgeschicke kann sich der Berliner Sportclub also noch leisten, ohne in den Orkus der Zweiten Liga hinabgespült zu werden?

    Falls wir es noch nicht erwähnt hatten: Der Gesamtetat des Augsburger FCA ist signifikant geringer als es die Gesamtverbindlichkeiten (Schulden) von Hertha sind.

    Es haben sich nach diesem erneuten, rekordträchtigen Versagen von Hertha für den Beobachter Fragen aufgehäuft, die geradezu in einen Erklärungsnotstand münden …

    Eine Hertha-Defensive, die entschieden zu oft und damit spielentscheidend dem Ball nur noch hinterherschauen kann und deren letzte Chance dann die überdurchschnittliche Reflexhaftig- und Biegefähigkeit des Torhüters sein muss, kann auf Dauer nicht bestehen. Sie muss in Stellungsspiel, Zweikampf- und Abspielverhalten, Gegner-Zuordnung, Gesamtchoreografie und Zusammenstellung nicht nur knallhart optimiert bzw. eingeübt werden, sondern in diesen erarbeiteten Abläufen und Besetzungen vor jedem neuen Spiel dann wiederum idealtypisch besetzt und profilgenau eingestellt werden. Und ein Sturm, der n i e ins gegnerische Tor trifft (auch weil er aus dem Mittelfeld heraus so gut wie nie an den Ball gebracht wird), ist nur noch bemitleidenswert.

    Was den Neuzugang Otto Rehhagel zur Doppelsturmbesetzung (Lasogga/Ramos) bewog, bleibt nur deshalb schwer deutbar, weil er damit das bisher wenig ballsouveräne Mittelfeld zusätzlich ausdünnte.

    Warum aber wurde die (zwar fünfmal gelbbelastete) Hertha-Mittelfeldschaltstelle Niemeyer von O. R. in einer entscheidenden Phase des Spieles herausgezogen?

    Der erfahren linksorientierte, unermütlich fleißige Kobiashvili wurde auf eine Mittelposition umbesetzt, warum?

    Warum knickt die Mannschaft nach Rückstand immer wieder hoffnungslos ein?

    Warum finden in geradezu normaltypischen Situationen prinzipiell keine Torerfolge statt?

    Ist jetzt Hertha-Vertragspartner Otto Rehhagel endlich alarmiert?

    Führte die hohe Laufleistung des Ottomotors schon weit vor Erwerb desselben durch Hertha zur Kompressionsermüdung?

    Hat man sich gar eine Altlast zugelegt?

    Austauschteile sind häufig preislich günstiger, sogar schneller erhältlich und tun es kurz- und nicht selten auch mittelfristig genauso ordentlich wie Neuteile oder betriebsfrische Baugruppen; zumindest unter normalen Bedingungen. Kann aber ein Ottomotor am Ende seiner als allgemein erachteten Funktionsdauer noch mit Volllast einen Karren so schnell aus tiefem Dreck ziehen, dass dieser auf trockenem Terrain zu den davoneilenden Wettbewerbern wieder aufschließen kann?

    Ist das Ziel der Erreichung eines 15. Tabellenplatzes am Ende des letzten Spieltages überhaupt noch realistisch?

    Wieder einmal versuchen nicht nur Hertha nahe stehende Tabellenmathematiker, die herkömmliche magische 40/30/20/?-Punkte-Grenze zur noch laufenden Saison bezüglich Klassenerhalt nach unten hochrechnen zu können. Aber wenn sich Preetz, Rehhagel und besonders die Feldakteure in den nächsten Wochen hauptsächlich auf Wahrscheinlichkeitskoeffizienten zwischen Stochastik und Chaos-Theorie sowie die Effekte, die neben dem eigenen Tun im Rest der Grundgesamtheit etwaig entstehen mögen, verlassen wollen, anstatt auf die “Natürlichen Zahlen von 1 bis 3 …”, die aus jedem eigenen Spiel jetzt entstehen müssen, dann kann jeder Erstklässler heutzutage schon an einer, maximal zwei Händen abzählen, wo das enden wird …

    Die bisherigen Äußerungen des von den Medien als Monarch Otto I schon weit in der Vergangenheit inthronisierten Miet-Übungsleiters im Kontext der seit langem wieder erfolgten Anstellung durch und für einen Profi-Fußballverein waren für und über diesen Auftraggeber vor laufenden Kameras allerdings nur mäßig originell und ergaben aufgabenbezogen für die zahllosen externen Beobachter keine spezifischen Aufschlüsse über seine Expertise, Ideen, Konzepte und schon gar keine Hinweise auf eventuell sogar vorhanden zukunftsgerichtet personelle und/oder taktische Umstellungen.

    So verbreitete er beispielsweise die Binsenblitze und Alphamännchen-Klischees, dass er als Trainer keine Tore schießen könne, dass jetzt gekämpft werden müsse und dass er ab sofort für das Spielerteam das Gesetz darstelle, welches ließ er aber offen … Die stimmungsstarken Bilder von seinem im dichten Schneetreiben des ersten Trainingstages engagiert wirkenden Auftretens wiederum schienen mehr als alle Worte latente Hoffnungen zu verstärken.

    Nota bene bzw. Otto bene: Hertha wäre bei einem Relegationsstechen (16. Tabellenplatz) nicht mit L. Favre (in vergleichbarer Vorjahressituation für Gladbach), sondern mit diesem Herrn O. Rehhagel in der Koordinatorenrolle gesegnet.